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Kasus

Thematisch verwandte Bezeichnungen:

  • Fall

Kasus ist im Deutschen eine Kategorisierung von Wortformen der Wortarten Nomen, Adjektiv, Artikel und Pronomen. Er umfasst die Einheitenkategorien Nominativ (der Fall), Genitiv (des Fall(e)s), Dativ (dem Fall(e)) und Akkusativ (den Fall). Durch den Kasus wird eine Äquivalenzklasse bezüglich bestimmter syntaktischer Kontexte etabliert; Kasus ist also eine syntaktische, keine morphologische Kategorisierung.

Kasus ist im Deutschen morphologisch nicht einheitlich gekennzeichnet, sondern je nach Wortart, beim Nomen noch zusätzlich je nach Flexionstyp unterschiedlich. Am differenziertesten ist die Kasusmarkierung beim Adjektiv.

Eine Phrase kann nicht direkt vom relevanten Kontext, z.B. einem Verb oder einer Präposition, kasusmarkiert werden, sondern nur über ihren nominalen Kopf. Über Kasuskongruenz zwischen nominalem Kopf und Adjektiv und Artikel in der Nominalphrase wird die Einheitlichkeit der Phrase als Träger einer syntaktischen Funktion garantiert.

Syntaktisch sind die Kasus polyfunktional, d.h. ein Kasus kann verschiedene syntaktische Funktionen kennzeichnen. So kann z.B. der Akkusativ unter anderem in folgenden Funktionen erscheinen:

Akkusativkomplement: Man untersucht den Fall.
Prädikativkomplement: Man nennt diesen Fall den Wenfall.
Satzadverbiale: Er arbeitet den ganzen Tag.
Attribut: Den Delphin als besonders possierliches Tier beobachten wir gern.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 21.04.2010 14:32.