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Anakoluth

Von einem Anakoluth wird gesprochen, wenn Äußerungseinheiten Teile enthalten, die sich syntaktisch nicht einfach integrieren und nicht bruchlos anschließen lassen. Anakoluthe sind typisch für mündlichen Sprachgebrauch. Sie ergeben sich bei dem Versuch, Diskrepanzen zwischen Sprecherplan, Bedingungen für die Verwendung sprachlicher Mittel und Verbalisierung systematisch zu bearbeiten. Anakoluthische Formen lassen sich nicht bruchlos in einer einzigen syntaktischen Konstruktion integrieren.

Vier Formen des Anakoluths werden unterschieden:

  1. Statt eines syntaktisch unselbstständigen Satzes in einer Konstruktion wird ein selbstständiger Satz bzw. der Übergang von Verberst- in Verbzweitstellung realisiert:
    Wenn ich jetzt nichts dazu sage und mich eher zurückhalte, das liegt weniger an meiner Schüchternheit als an mangelnden Kenntnissen zu diesem Thema.
  2. Die Konstruktion wird abgebrochen oder gewechselt:
    Du kannst das nicht einfach so pauschal sagen, dass das, wenn du davon ausgehst, dass er wirklich darüber informiert ist, ergibt das ein ganz anderes Bild.
  3. Es erfolgt eine Herausstellung, beispielsweise eine Linksanbindung:
    Das mit dieser Krankheitsgeschichte, das war bestimmt alles erlogen.
  4. Beim freien Thematisierungsausdruck:
    Die Tochter meiner Freundin, fünf Jahre hat sie in den Staaten gelebt.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 09.04.2009 09:57.