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Entlehnung

Thematisch verwandte Bezeichnungen:

  • Interferenz
  • Transferenz

Entlehnung ist die Übernahme eines Wortes oder einer Wortbildungseinheit aus einer Herkunftssprache in eine Zielsprache. Die entlehnten Wörter werden hier Lehnwörter genannt (z.B. Axiom, Computer, Kiosk, Operating); in anderen Terminologien wird zwischen Fremdwort und weitgehend assimiliertem Lehnwort (z.B. Rettich aus lateinischem radix) differenziert. Die entlehnten Wortbildungseinheiten sind Konfixe (z.B. bio-, -phil, ident-), Lehnaffixe (z.B. hyper-, -ion) oder entlehnte Fugenelemente (z.B. -o- in Therm-o-dynamik).

Entlehnt werden kann auf verschiedene Weise und mit verschiedenen Resultaten. Unterschieden wird etwa zwischen Lehnwort und Lehnprägung. Die Lehnprägung wird weiter unterteilt in Lehnbedeutung (z.B. Heiland aus lateinischem salvator) und Lehnbildung. Unter Lehnbildung werden die Lehnschöpfung (z.B. Umwelt aus französischem mileu) und die Lehnformung subsumiert. Als Lehnformung gelten die Lehnübersetzung (z.B. Halbwelt aus französischem demi-monde) und die Lehnübertragung (z.B. Vaterland aus lateinischem patria). Erklärungsmodelle wie diese sind in der Forschungsliteratur umstritten.

Die Entlehnung dient wie die Wortbildung und die seltene Urschöpfung der Wortschatzerweiterung. Der Lehnwortschatz ergänzt den einheimischen Wortschatz.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 14.01.2009 15:54.