grammis 2.0

das grammatische informationssystem des instituts für deutsche sprache (ids)
Korpusgrammatik Grammatik in
Fragen und Antworten
Systematische
Grammatik
Grammatische
Fachbegriffe
Grammatisches
Wörterbuch
Grammatische
Bibliografie
[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z] 
 

[Impressum] [Datenschutzerklärung]

                                                                           
[Text im Vollbild]    [terminologische Relationen visualisieren]

Betrachtzeit

Die Betrachtzeit ist der Zeitabschnitt, den die Tempusform des Verbs und eventuell vorhandene Temporaladverbialia für die Interpretation eines Satzes vorgeben. Ein Verb im Präteritum etwa setzt stets eine Betrachtzeit, die vor der Sprechzeit liegt:

Sie fuhren in die Stadt.

Als Betrachtzeit kommt hier grundsätzlich jeder beliebige Zeitabschnitt in Frage, der vor der Sprechzeit liegt. Ein Temporaladverbiale kann die Betrachtzeit genauer bestimmen:

Gestern Abend fuhren sie in die Stadt.

Nicht immer ist die Sprechzeit Ausgangspunkt für die Bestimmung der Betrachtzeit. Im Zug eines Gesprächs kann auch ein Zeitabschnitt, der zunächst selbst als Betrachtzeit eingeführt wurde, für weitere Ausführungen zum Ausgangspunkt einer neuen Betrachtzeit werden:

Gestern Abend fuhren sie in die Stadt. Zuvor hatten sie noch die Hühner gefüttert.

Hier wird die mit dem ersten Satz eingeführte Betrachtzeit zur Orientierungszeit für die Betrachtzeit des zweiten Satzes. So eindeutig wie beim Präteritum sind die Verhältnisse nicht bei allen Tempusformen.

Weiterführender Text:

Bedeutung der Tempora II - Sprechzeit, Ereigniszeit, Betrachtzeit und Orientierungszeit

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 29.09.2004 16:15.