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negationsinduzierend additive Konnektoren

Die Konnektoren dieser Klasse haben gemeinsam, dass sich die wahrheitswertrelevante Bedeutung der mit ihnen gebildeten Konstruktionen aussagenlogisch repräsentieren lässt als Kombination der logischen Konjunktion ihrer Argumente mit der Negation mindestens eines der Argumente. Diese Konnektoren lassen sich also grundsätzlich paraphrasieren als nicht p und (aber) q; p und (aber) nicht q; oder als nicht p und nicht q.

Der negationsinduzierend additive Konnektor kann Kontrafaktizität auf eine von zwei Weisen für mindestens eines seiner Argumente induzieren: Sie kann durch die Bedeutung des Konnektors selbst zustande kommen oder dadurch, dass er einen faktizitätsaufhebenden Ausdruck in seiner Umgebung fordert. Bei einigen Konnektoren muss dies ein expliziter Negationsausdruck sein (nicht, kein-, niemand, nie, un- etc.), bei anderen kann es auch hinreichen, dass durch epistemische Modalisierung eines Konnekts (konjunktivischer Verbmodus, futurisches Tempus, Modalverben in epistemischem Gebrauch, rhetorische Frage u. ä.) dieses als kontrafaktisch ausgewiesen wird oder zumindest eine kontrafaktische Lesart erlaubt, die dann im Kontext des negationsinduzierenden Konnektors auch obligatorisch realisiert wird.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 16.10.2015 12:16.