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Heische-Modus

Als Heische-Modus werden bestimmte Inhalts- und Ausdruckskonfigurationen in kommunikativen Ausdruckseinheiten bezeichnet, die zur Ausführung eines bestimmten Typs kommunikativer Handlungen zu gebrauchen sind. Mit dem Wunsch-Modus ist der Heische-Modus zu den Optativ-Modi zu rechnen. Diese sind generell unter den üblicherweise unterschiedenen Modi am wenigsten klar umrissenen. Im Unterschied zum Aufforderungsmodus, dem der Heische-Modus häufig zugerechnet wird, liegt beim diesem nicht obligatorisch ein Adressatenbezug vor. Darüber hinaus muss kein Handlungs- oder Verhaltenskonzept für einen Adressaten spezifiziert werden.

Der Formtyp des Heische-Modus basiert auf einem unmarkierten (Verbzweitstellung: Das walte Hugo.) oder markierten (Verberststellung: Mögen sie damit glücklich werden.) Aussagesatztyp; das modusprägende Formmerkmal ist der Konjunktiv Präsens. Prototypisch werden nur Formen der 3. Person Singular oder Plural des Konjunktiv Präsens verwendet, bei den Verben sein und mögen sind gelegentlich auch die 1. und 2. Person Singular möglich (Gelobt seist du, oh, Herr!).

Bei mögen ist Verberststellung häufig (Mögest du nie vergessen, was du ihr zu verdanken hast.), ansonsten findet sich die markierte Version vor allem in formelhaften Wendungen und Heischesätzen mit Indefinitausdrücken (Sei M eine beliebige Menge.). In allen übrigen Verwendungsweisen (vowiegend in Instruktionstexten wie Kochbüchern, Gebrauchsanweisungen...) ist Verberststellung ausgeschlossen.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 08.04.2009 15:19.