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Genus verbi

Thematisch verwandte Bezeichnungen:

  • Diathese
  • Handlungsform

Das Genus verbi (Mehrzahl: Genera verbi) ist, wie das Tempus, der Verbmodus, der Numerus und die Person, ein Gesichtspunkt, unter dem die Formen von Verben variieren können. Im Verbund bestimmen diese Gesichtspunkte die jeweilige Gestalt finiter Verbformen.

Das Genus verbi kann bei geeigneten Verben einen von zwei Werten annehmen (Aktiv und Passiv), wobei die Aktivform als die lexikalische Grundform betrachtet werden kann, weil sie

  1. bei jedem Verb vorhanden ist,
  2. bestimmend für die Valenz eines Verbs ist.

Formal unterscheiden sich die beiden Genera verbi in dieser Hinsicht:

  • Die Anbindung einander entsprechender Komplemente erfordert andere Kasus.
    Aktiv: Die Feuerwehr [Ksub] löschte den Brand in der Glockengasse [Kakk].
    Passiv: Der Brand [Ksub] wurde von der Feuerwehr [Kprp] gelöscht.
  • Das zwingend geforderte Subjekt der Aktivform braucht in der Passivform keine Entsprechung:
    Der Brand wurde gelöscht.

Kommunikativ relevant wird die Wahl eines Genus verbi dadurch, dass sie, wie die Beispiele zeigen - beim Aktiv - den Sprecher entweder darauf festlegt, die Verantwortlichen für eine Tat oder einen Vorgang zu nennen, oder ihm - beim Passiv - erlaubt, diesen ganz auszublenden oder zumindest zu marginalisieren.

Weiterführender Text:

Genus Verbi: Aktiv und Passiv

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 06.11.2009 11:44.