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Distanzform

Thematisch verwandte Bezeichnungen:

  • Höflichkeitsform

Beispiele:
Fürchten Sie nicht, dass man Ihnen vorwirft, Ihre Popularität auf einem Gebiet auszunutzen, auf dem Sie kein Fachmann sind?
[dpa, 21.11.2007, Boris Becker: Ich bin dankbar für dieses Leben]

Distanzformen sind ein Kategorien übergreifendes Phänomen, das nicht den Bestand an Ausdrucksformen, sondern deren Verwendung unter bestimmten sozialen Bedingungen betrifft.

Betroffen sind Ausdrucksformen, bei denen ein Bezug auf den oder die Adressaten der Äußerung gegeben ist bzw. sein kann, also:

Vorkommen der Distanzform Morphologie der Distanzform formale Entsprechung
als Hörer-Pronomen in Singular und Plural Sie, Ihnen, Ihrer anaphorisches Personal-Pronomen im Plural
als Possessiv-Pronomen Ihr– Possessiv-Pronomen im Plural
als Possessiv-Artikel Ihr, Ihres, Ihrem, Ihren Possessiv-Artikel im Plural

In Schriftform werden die Distanzformen von ihren formalen Entsprechungen durch Großschreibung unterschieden.

Die kommunikative Verwendung der Distanzformen entspricht bis auf ihren sozialen Aspekt der Verwendung des Hörer-Pronomens du bzw. des Possessiv-Pronomens deiner und des Possessiv-Artikels dein.

Unter sozialem Aspekt unterscheiden sich die Verwendungsweisen vor allem hinsichtlich der Vertrautheit der Gesprächspartner miteinander: Während der Gebrauch von du, deiner, dein in der Regel größere Vertrautheit voraussetzt und oft sogar förmlich gestattet worden sein muss, können die Distanzformen überall dort gebraucht werden, wo diese besonderen Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Entsprechendes gilt für den Gebrauch der Distanzform der Aufforderung und den Gebrauch von Imperativ-Formen (Treten Sie bitte einen Schritt zur Seite! versus Tritt zur Seite!).

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 21.04.2009 14:00.