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Illokution

Thematisch verwandte Bezeichnungen:

  • kommunikative Minimaleinheit
  • kommunikative Funktion

Illokutionen sind neben Propositionen und epistemischen Minimaleinheiten ein Spezialfall dessen, was wir als propositionale Strukturen bezeichnen. Die Äußerung der Hauptillokution eines Satzes entspricht einer kommunikativen Minimaleinheit.

Sprecher verfolgen mit einer Äußerung bestimmte Intentionen gegenüber dem Hörer bezüglich des Inhalts der Äußerung. Diese Intention bezeichnet man als die kommunikative Funktion der Äußerung. So haben Aufforderungsäußerungen, Wunschäußerungen, behauptende Mitteilungen und Frageäußerungen bestimmte kommunikative Funktionen:

Komm mal schnell her! Sprecher gibt dem Hörer zu verstehen, dass er von ihm die Realisierung dessen erwartet, was der geäußerte Ausdruck beschreibt.
Hoffentlich regnet es bald. Sprecher gibt dem Hörer zu verstehen, dass er möchte, dass der gäußerte Sachverhalt eine Tatsache sei.
Der Fensterputzer war da. Sprecher gibt dem Hörer zu verstehen, dass er den mitgeteilten Sachverhalt als Tatsache betrachten soll.
War der Fensterputzer da? Sprecher gibt dem Hörer zu verstehen, dass er erwartet, dass dieser das Problem, das mit der Außerung ausgedrückt wird, löst und dem Sprecher die Lösung mitteilt.

Als Illokution bezeichnet man in Anlehnung an einen Sprachgebrauch aus der Sprechakttheorie die Einheit aus epistemischer Minimaleinheit und ihrer kommunikativen Funktion.

Die Äußerung der Hauptillokution eines Satzes entspricht dann einer kommunikativen Minimaleinheit.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 16.08.2005 15:12.