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Linksversetzung

Als Linksversetzung bezeichnet man eine syntaktische Konstruktion, bei der zu einer Konstituente, die das Vorfeld eines Satzes besetzt, vor diesem Satz ein dazu korreferenter Ausdruck existiert, der nicht in die Linearstruktur des Satzes integriert ist, sondern an dessen Nullposition steht. Als linksversetzte Ausdrücke können vor allem Nominalphrasen, Präpositionalphrasen und Subjunktorphrasen auftreten.

Den Josef , den würde ich an deiner Stelle sausen lassen.

Mit dem Josef , mit dem wirst du noch dein blaues Wunder erleben.

Wenn du den Josef heiratest, dann wirst du dich noch wundern.

Dabei bildet der versetzte Ausdruck keine eigene kommunikative Minimaleinheit, sondern geht in die der Satzstruktur ein, auch in deren Intonationskontur. Der linksversetzte Ausdruck bildet zusammen mit dem Satz eine einzige (erweiterte) kommunikative Minimaleinheit. Zwischen dem linksversetzten und dem dazu korreferenten Ausdruck besteht keine Beziehung im Rahmen einer der definierten syntaktischen Funktionen besteht. Vielmehr besteht hier eine spezielle parataktische Beziehung, die wie die in Korrelatkonstruktionen "korrelativ" ist. Der linksversetzte Ausdruck bezeichnet einen "Diskursgegenstand", von dem der nachfolgende Satz etwas prädiziert. Er steht zu diesem nur in einer textuellen, nicht aber in einer syntaktischen Funktion.

Linksverstzung gehört wie Rechtsversetzung zu den Herausstellungsstrukturen.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 12.10.2004 12:25.