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Parataxe

Thematisch verwandte Bezeichnungen:

  • Nebenordnung

In Texten gibt es Verhältnisse zwischen Sätzen, die weder den Kriterien für Einbettung, noch den Kriterien für Koordination genügen, die also nicht als syntaktische Beziehungen zwischen Teilausdrücken komplexer Sätze betrachtet werden können. Ein solches Verhältnis nennen wir Parataxe oder parataktisches Verhältnis.

Es wird Regen geben. Die Hochwassergefahr wird wieder zunehmen.
Wie kann man sich nur darüber aufregen? Es gibt doch wirklich Schlimmeres.
Alle schwiegen. Niemand hatte den Mut, ihm zu widersprechen.
Nicht mit mir! Ich kann das nicht ausstehen.
Nein. Ich will das nicht.

Parataktische verknüpfte Sätze haben separate Intonatskonturen.

Zweiter Oktober 1989, 20.000 Menschen demonstrieren in Leipzig. Am zweiten Oktober ist die Nikolai-Kirche schon um 17 Uhr völlig überfüllt. Vor der Kirche drängen sich noch einmal mehrere tausend Menschen. [Susanne Henn in der Sendung 40 Tage im Herbst, SWR 1. 1999]

Es ist der Stadel versperrt, es sind alle Leitern weggetragen, es ist alles verriegelt und verrammelt. [Faschingsbrauchtum in der Steiermark. Erzählung. Krakau-Tal/Steiermark. 1967]

Für diese, in der Graphie durch Punkt, Frage- oder Ausrufungszeichen voneinander getrennten Ausdrücke lässt sich nur ein inhaltlicher, auf Weltwissen basierender Zusammenhang ableiten, der die Satzfolgen zu Text(bruchstück)en macht.

Konnektoren (Satzverknüpfer) lassen sich danach unterscheiden, ob sie zwischen den verknüpften Sätzen ein syntaktisches Verhältnis (Einbettung, Subordination oder Koordination) oder nur ein parataktisches Verhältnis stiften. Letzteres tun z.B. Begründungs-denn sowie alle Adverbkonnektoren (d.h. Konnektoren wie deshalb, danach, trotzdem).

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 22.04.2010 13:39.