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syntaktische Funktion

Thematisch verwandte Bezeichnungen:

  • Satzglied
  • Kombinationskategorie
  • primäre Komponente

Die Konstituenten eines syntaktisch komplexen Ausdrucks gehen untereinander Beziehungen in der hierarchisch-syntaktischen Struktur dieses Ausdrucks ein. Die Rolle, die die Konstituenten in diesen Beziehungen spielen, d.h. die "Leistung", die sie für den Aufbau des Satzes spielen, nennen wir ihre syntaktische Funktion. Im Unterschied zu den Konstituentenkategorien, die auf der Ebene der Phrasen kontextfrei allein aufgrund morphologischer Eigenschaften und ihrer Wortartzugehörigkeit ermittelt werden können, haben syntaktische Funktionen also relationalen Charakter und sind nur mit Bezug auf eine hierarchische Struktur bestimmbar. So kann etwa eine akkusativische Nominalphrase im Satz die Funktion eines Komplements des Verbs einnehmen (1) oder als Adverbial eine zeitliche Spezifizierung ausdrücken (2).

1.Durch die neue Regelung habe ich einen ganzen Monat verschenkt.
2. Ich habe einen ganzen Monat kein Geld für Benzin ausgegeben.

Die syntaktische Funktion eines Ausdrucks wird im Deutschen durch morphologische Markierung (Kasus, Präposition) und durch seine Stellungseigenschaften signalisiert. Syntaktische Funktionen sind quasi eine Vermittlungsebene zwischen der morphologischen und topologischen oberflächensyntaktischen Realisierung und der Bedeutungsstruktur.

Das Konzept der syntaktischen Funktion ist z.B. bei der Beschreibung der Koordination wichtig: Konstituenten mit identischer syntaktischer Funktion können koordiniert werden, unabhängig von ihrer Form.

3. *Ich habe einen ganzen Monat und kein Geld für Benzin ausgegeben.
4. Besonders hoch waren die Benzinpreise während der Ölkrise 1973, diesen Monat und als im Nahen Osten Krieg geführt wurde.

Syntaktische Funktionen werden nur im Rahmen der Satzstruktur definiert; selbständige Sätze stehen zueinander oder zu einer übergeordneten Einheit Text nicht in einer syntaktischen Funktion. Traditionell unterscheidet man die Komplemente (Subjekt, Akkusativkomplement, Dativkomplement usw.), die Supplemente und - als syntaktische Funktionen unterhalb der Satzebene - die Attribute in der Nominalphrase.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 12.05.2009 15:25.