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Einbettung

Als Einbettung bezeichnet man ein syntaktisches Verfahren der Verbindung von Satzstrukturen, speziell von Sätzen: eine Satzstruktur Si ist in eine andere Satzstruktur Sj eingebettet, wenn Si in Sj eine syntaktische Funktion ausübt, aber nicht umgekehrt. Sj ist dann der Einbettungsrahmen. Die Einbettung äußert sich darin, dass Si in die lineare und intonatorische Struktur von Sj integriert werden kann und zusammen mit dem einbettenden Ausdruck das Vorfeld von Sj bilden kann.

Als einbettende Ausdrücke fungieren Verben (wissen, sagen), die Subordinatoren dass, ob und Konnektoren wie weil, wenn, nachdem, vorausgesetzt etc. Die eingebetteten Strukturen können Verbletztsätze sein, Verbzweitsätze oder Verberstsätze.

  1. Wenn das Fleisch nicht so zäh wäre, käme auch die Soße besser zur Geltung.
    (einbettender Ausdruck: Subjunktor, eingebettete Struktur: Verbletztsatz)
  2. Das gibt einen hervorragenden Sonntagsbraten, vorausgesetzt du kaufst das Fleisch beim Biobauern und nicht im Supermarkt.
    (einbettender Ausdruck: Verbzweitsatzeinbetter, eingebettete Struktur: Verbzweitsatz)
  3. Du wirst feststellen, das teurere Fleisch lohnt sich auf jeden Fall.
    (einbettender Ausdruck: Verb; eingebettete Struktur: Verbzweitsatz)
  4. Ist das Fleisch auch teurer, es schmeckt doch allemal besser.
    (eingebettete Struktur: Verberstsatz)
  5. Die Vorstellung, dass zu einem Schweinebraten unbedingt Semmelknödel gehören, teilen im Süden viele.
    (einbettender Ausdruck: dass, eingebettete Struktur: Verbletztsatz)

Der eingebettete Ausdruck kann im Einbettungsrahmen die Funktion eines Supplements (1, 2, 4), eines Komplements (3) oder eines Attributs (5) haben.

Weitere syntaktische Verfahren der Verbindung von Sätzen sind Subordination und Koordination.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 29.09.2004 16:15.