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transitiv

Als transitiv werden Verben bezeichnet, wenn sie

a. ein Akkusativkomplement [Kakk] regieren
b. über ein attribuierbares Partizip II verfügen

Beide Bedingungen sind etwa bei den Verben verkaufen, abschneiden und erwarten erfüllt:

Wir verkaufen nur Bücher, die uns wichtig sind. die verkauften Bücher
Hanna schnitt die Blumen ab. die abgeschnittenen Blumen
Ihr erwartet bestimmt eine Erklärung. die erwartete Erklärung

Aus semantischer Sicht handelt es sich bei transitiven Verben um Verben, die zur Charakterisierung einer Tätigkeit oder eines Vorgangs verwendet werden und als Subjekt [Ksub] die Angabe eines Täters oder Verursachers (Agens), als Akkusativkomplement die Angabe eines von der Tätigkeit oder dem Vorgang betroffenen (Patiens) Gegenstands erfordern, wobei Gegenstand hier im weitesten Sinn zu verstehen ist.

Der Verdächtige [Ksub] leugnet jede Tatbeteiligung [Kakk].
Der gewaltige Sturm [Ksub] zerstörte riesige Waldflächen [Kakk].

Bei besitzen und haben ist die zweite Bedingung nicht erfüllt. Die Verben sind mithin nicht transitiv:

Sie besitzen ein Haus auf dem Land. *das besessene Haus
Frieder hat gute Ideen. *die gehabten guten Ideen

Verben wie kosten, wiegen, betragen, messen, deren Akkusativkomplement eine Maßangabe ist, erfüllen ebenfalls nicht die zweite Bedingung und gelten nicht als transitiv:

Die Blumen kosten neun Euro. *die gekosteten neun Euro
Der Anteil beträgt 75 Prozent. *die betragenen 75 Prozent

Weiterführender Text:

Transitivität bei Verben mit Akkusativkomplement

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 03.06.2009 14:43.