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Aussage-Modus

Als Aussage-Modus werden bestimmte Inhalts- und Ausdruckskonfigurationen in kommunikativen Ausdruckseinheiten bezeichnet, die bei der Ausführung so zentraler kommunikativer Handlungen wie Behaupten, Feststellen, Berichten, Erzählen verwendet werden.

Typisch geformte Sätze im Aussage-Modus:

(1) Das haut den stärksten Mann um.
[Mannheimer Morgen, 27.08.2005]
(2) Die grüne Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen scheut keine Auseinandersetzung, besonders nicht mit der SPD.
[Spiegel Online, 27.4.2000]
(3) Ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung ist Träger des Hepatitis-C-Virus, aber viele Menschen ahnen nichts von ihrer Infektion.
[Spektrum der Wissenschaft März 2000, S. 28]

Generell lassen sich für Sätze im Aussage-Modus zwei Formtypen bestimmen:
– der Aussagesatztyp
– V-1-Aussagesätze (also mit Verberststellung), bei denen keine Komplementanalepse - oder Supplementanalepse vorliegt

Merkmale des Aussagesatztyps sind:

Vorfeld vorhanden
Verbzweitstellung
– Vorfeld nicht durch W-Phrase belegt
Verbmodus nicht Imperativ
– Satztypkongruente Intonation: Grenztonmuster fallend

V-1-Aussagesätze können in stark markierten Text- und Diskursformen auftreten.

Beim Erzähleinsatz in literarischen Erzählformen wie Witz, Anekdote:

Sagt der Tünnes zum Schäl ...

Bei szenisch vergegenwärtigenden Erzählschritten in Alltagserzählungen:

Treff ich doch gestern Abend im Kino die Maiern mit ihrem neuen Macker.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 07.12.2009 11:49.