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Argument

Um für seine Gesprächspartner klarzustellen, wovon man spricht, muss man mit sprachlichen Mitteln den gemeinten Sachverhalt entwerfen (die gemeinte Proposition zusammenstellen), und dazu braucht man mindestens zwei Komponenten:

  • ein Prädikat, das in einem Charakteristikum besteht
  • je nach Art dieses Prädikats ein Argument oder mehrere Argumente, mit denen zu bestimmen ist, auf wessen Konto die Charakterisierung zu verbuchen ist

Was von Fall zu Fall als Argument geeignet ist, hängt von vielerlei Faktoren ab:

  • von der Natur des gemeinten Gegenstands bzw. der gemeinten Gegenstände (auf konkrete Gegenstände kann man u.U. auch zeigen, auf abstrakte Einheiten wie etwa Gefühle nie)
  • von den allgemeinen und den bereits aktivierten Vorkenntnissen der Partner
  • von zeitlichen und räumlichen Verhältnissen von den gegebenen Umständen ganz allgemein

Mit Rücksicht auf solche Faktoren lassen sich Strategien für die Bildung von Argumenten bestimmen, so etwa:

  • definites Beschreiben (die schönste Stadt, das alte Rathaus, die Berliner, alle Menschen, ...)
  • Nennen (Karl Maier, Heidelberg, das Mittelmeer, die Steinzeit ...)
  • indefinites Beschreiben (ein alter Esel, ein Häuschen mit Garten, manche Leute, ...)
  • Verweisen (das dort, dieses Tier, er, jene, selbiges, ...)

Realisiert werden Argumente als Komplemente, weshalb man sie auch als Bedeutung entsprechender Komplemente auffassen kann.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 29.09.2004 16:15.