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Lokution

Sprachliches Handeln kann unter verschiedenen Aspekten gesehen werden:

  • Elementar besteht es im Hervorbringen von Lauten oder Schriftzeichen und unterscheidet sich insoweit nicht von sinnlosem Gekreische oder Gekraxel. Unter diesem Aspekt stellt sich sprachliches Handeln als Äußerungsakt dar. Was damit erreicht wird, bezeichnet man als Lokution.
  • Anders als bei bloßem Hervorbringen von Lauten oder Schriftzeichen soll bei sprachlichem Handeln das, was geäußert wird, als etwas Bestimmtes zählen. Insofern ist sprachliches Handeln immer symbolisches Handeln. Als was eine Äußerung dabei zählen kann, wird von einschlägigen Konventionen bestimmt, gerade so, wie etwa die Bewegung einer Figur im Schachspiel als bestimmter Spielzug zählt, wenn sie nach den Regeln des Spiels erfolgt ist. Was mit einer in diesem Sinn konventionskonformen Äußerung erreicht wird, bezeichnet man allgemein als ihre Illokution. Die Sprechhandlung selbst gilt als illokutiver Akt.
  • Unter normalen Kommunikationsbedingungen erschöpft sich der Sinn einer sprachlichen Handlung nicht in der Durchführung eines illokutiven Aktes. Die Absicht des Sprechers geht vielmehr dahin, mittels dieses Aktes auf seine Partner Einfluss zu nehmen, d.h. bei ihnen eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Diese beabsichtige Wirkung, die den eigentlichen Witz einer sprachlichen Handlung ausmacht, wird als deren Perlokution bezeichnet.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 29.09.2004 16:15.