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Redehintergrund

Sprachliche Handlungen - bestimmte Formen des Grüßens und der Bekundung von Freude, Furcht oder Ärger ausgenommen - zeichnen sich dadurch aus, dass sie in dieser oder jener Weise mit Sachverhalten befasst sind. Die Sachverhalte sind dabei jeweils vor bestimmten Redehintergründen zu sehen:

  • Es kann sein, dass von einem Sachverhalt im Hinblick auf sein Bestehen oder Nicht-Bestehen die Rede ist. In diesem Fall spricht man von einem epistemischen Redehintergrund. Einen solchen Hintergrund haben einerseits Aussagen, mit denen man sich auf das Bestehen oder auch Nicht-Bestehen eines Sachverhalts festlegt, andererseits Fragen, in denen zwar die Festlegung ganz - bei Entscheidungsfragen - oder teilweise - bei Ergänzungsfragen - unterbleibt, Sachverhalte jedoch ebenso mit Blick auf ihr Bestehen oder Nicht-Bestehen ins Spiel gebracht werden.
    Der Winkel im Halbkreis ist ein Rechter.
    Hast du zur Nacht gebetet, Desdemona?
    Wer ist schon wieder mit dreckigen Schuhen über den Teppich gelaufen?
  • Es kann sein, dass von einem Sachverhalt im Hinblick auf seine Herstellung die Rede ist. In diesem Fall spricht man von einem volitiven Redehintergrund. Einen solchen Hintergrund haben Äußerungen von Wünschen, Bitten, Aufforderungen, Befehle, auch Anleitungen.
    Ach, wenn ich doch nur nicht so ungeschickt wäre!
    Lass mich bitte nicht wieder hängen.
    Die Augen links!
    Man nehme zehn Eier, ein halbes Pfund Butter, ...
  • Es kann sein, dass von einem Sachverhalt im Hinblick auf seine Übereinstimmung oder Nicht-Übereinstimmung mit einer Norm die Rede ist. In diesem Fall spricht man von einem normativen Redehintergrund. Einen solchen Hintergrund haben Gebote, Regelungen, Maximen.
    Man spricht nicht mit vollem Mund.
    Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten.
    Rasen betreten verboten.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 20.12.2010 15:41.