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Markiertheit

Mit dem Begriffspaar markiert/unmarkiert werden sprachliche Einheiten und Strukturen hinsichtlich ihrer "Natürlichkeit" bewertet. Unmarkierte Formen sind weniger komplex, eher erwartbar und frequenter als markierte Formen. Sie werden im Spracherwerb früher gelernt und sind oft das Ziel von Sprachwandel. Einige Beispiele aus verschiedenen Bereichen der Grammatik sollen dies verdeutlichen:

1. Bei zweistelligen Verben ist die unmarkierte Hierarchie der Argumente derart, dass das Subjekt als letztes angebunden wird. Verben wie lieben, sehen, helfen haben deshalb unmarkierte Argumenthierarchien. Demgegnüber sind Verben wie interessieren (das interessiert mich), gehören, gelingen, bei denen das Subjekt zuerst angebunden wird, markiert.

2. Die Verwendung der Kategorie Nominalphrase als Attribut ist markiert gegenüber ihrer Verwendung als Komplement und Subjekt. Genitivische Nominalphrasen speziell sind aber wiederum unmarkiert als Attribute und markiert als Genitivkomplemente.

3. Im Bereich der Wortstellung gelten Abfolgen als unmarkiert, die rein durch grammatische Regeln determiniert sind. Markierte Abfolgen sind dagegen solche, bei denen aus Gründen der kommunikativen Gewichtung davon abgewichen wird.
unmarkiert: Ich möchte gern eine Brezel.
markiert: Eine Brezel möcht ich gern.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 29.09.2004 16:15.