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Datenbasis für Untersuchungen zur grammatischen Variabilität im Standarddeutschen Statistische Methoden der Korpusgrammatik Verlässlichkeit grammatischer Annotationen Vorhersage von Fugenelementen in nominalen Komposita Variation der starken Genitivmarkierung AcI-Konstruktionen und Wie-Komplementsätze Ressource: GenitivDB

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Schlagwörter: AcI-Konstruktion Komplementsatz Statistik

Vergleich von AcI-Konstruktionen und Wie-Sätzen

Die getrennten Analysen von unter sehen eingebetteten AcI-Konstruktionen und als kovariant eingestuften Wie-Sätzen ergaben, dass sich beide Phänomene auf die Ausprägungen sprachexterner Variabilitätsfaktoren weitgehend parallel verteilen. Im Großen und Ganzen heißt das, dass beide Phänomene in DeReKo 2014-II einerseits in dem Medium ‚Buch‘, dem Register ‚literarische Texte‘ und der Domäne ‚Fiktion‘ überrepräsentiert und andererseits in den im Medium ‚Internet' erscheinenden Wikipedia-Texten bzw. im Register ‚Gebrauchstexte‘ unterrepräsentiert erscheinen, – die Zusammenhänge zwischen den genannten Ausprägungen der verschiedenen Faktoren sind sowohl auf der das Erscheinen der Phänomene „begünstigenden“ als auch „erschwerenden“ Seite nicht zu übersehen. Hinzu kommt – ebenfalls bei beiden Phänomenen – eine Abnahme ihrer Gesamthäufigkeit in den Texten aus den letzten Jahrzehnten.

Das Ergebnis, das für beide Phänomene im Hinblick auf die untersuchten Faktoren ähnliche Gebrauchsbedingungen nahelegt, verlangt einerseits nach einer theoretisch-linguistischen Interpretation und muss andererseits noch in weiteren detaillierteren Korpusuntersuchungen geprüft und ggf. präzisiert werden. Die folgenden Analysen tragen zu Letzterem bei, indem die Verteilungen der beiden Phänomene in Abhängigkeit von den einzelnen Faktoren direkt miteinander verglichen werden.

Direkter Vergleich

Verglichen wurden die Verteilungen der absoluten Häufigkeiten der beiden Phänomene (eingebettet unter sehen) auf die Ausprägungen der schon aus den getrennten Analysen bekannten Variabilitätsfaktoren (Medium, Register, Domäne, Jahrzehnt‚ Land und Region). Lediglich im Bereich der (inhaltlich definierten) Domäne zeigen die Verteilungen der beiden Phänomene einen aussagekräftigen, signifikanten Unterschied. Dabei sind AcI-Konstruktionen überrepräsentiert in der Domäne ‚Kultur‘ und unterrepräsentiert in den Domänen ‚Politik‘ und ‚Technik‘. Umgekehrt sind Wie-Sätze überrepräsentiert in den Domänen ‚Politik‘ und ‚Technik‘ und unterpräsentiert in der Domäne ‚Kultur‘. Für einen signifikanten Unterschied sorgt bei Wie-Sätzen auch eine Überrepräsentation in der Domäne ‚Mensch‘. Allerdings ist die Stärke des Domänen-Effekts als niedrig einzustufen (Cramérs V = 0.18).

Auszug aus dem Analyseblatt

Domäne

Absolute Zahlen:

ACI WIE
-unkl. 134 87
Fiktion 49 32
Kultur 1363 546
Mensch 25 33
Politik 1321 1135
Technik 125 139

Chi-Quadrat-Test:

Pearson's Chi-squared test with simulated p-value (based on 2000 replicates)

data: x
X-squared = 167,62 df = NA, p-value = 0.0004998
-> signifikanter Zusammenhang

Residuen:

ACI WIE
-unkl. 0.030671661 -0.037937743
Fiktion 0.002405705 -0.002975614
Kultur 6.138570554 -7.592791104
Mensch -1.701072099 2.104054191
Politik -4.261135604 5.270593898
Technik -2.742241351 3.391875283

Effektstärke:

[1] Cramer V / Phi:
[1] 0.18

Assoziationsplot:

Mosaikplot:


Vollständiges Analyseblatt

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 30.05.2017 15:29.