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Datenbasis für Untersuchungen zur grammatischen Variabilität im Standarddeutschen Statistische Methoden der Korpusgrammatik Verlässlichkeit grammatischer Annotationen Vorhersage von Fugenelementen in nominalen Komposita Variation der starken Genitivmarkierung AcI-Konstruktionen und Wie-Komplementsätze Ressource: GenitivDB

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Schlagwörter: Genitiv Nomen Nullendung

Stand der Forschung

Die Skizze des aktuellen Forschungsstands basiert primär auf den umfassenden Darstellungen in der Dudengrammatik (Duden 4, 2009) sowie im Zweifelsfälle-Duden (Duden 9, 2007). Darüber hinaus werden die Studie von Appel (1941), eine rezente (korpusbezogene) Arbeit von Paulfranz (2013) sowie die Arbeiten von Gallmann (1997) und Nübling (2012) zum speziellen Verhalten von Eigennamen berücksichtigt.1 Hierzu ist zu bemerken, dass in den einschlägigen Grammatiken (vgl. z.B. Duden 4 und 9) die endungslose Realisierung des Genitivs i.d.R. als Katalog von Ausnahmen behandelt wird, ohne dass der Versuch einer systematischen Darstellung (und Deutung) unternommen wird. Besonders deutlich wird dies im Zweifelsfälle-Duden, in dem die Bemerkungen zum Wegfall der Genitivmarkierung an Einträge zu verschiedenen Substantivklassen gebunden sind und dadurch über den ganzen Band verteilt auftreten.

Anmerkung 1 (Abschnitt ein-/ausblenden)

1Ebenfalls relevant sind die Arbeiten von Admoni (1982, 1990) zur Monoflexion, Wurzel (1993), Rowley (1998), Wiedenmann (2004), Ágel (2006) zum Genitivschwund bzw. Abbau der s-Flexion; zum Zusammenhang zwischen Genitivschwund und dem Einfluss konkurrierender Konstruktionen, vgl. Winter (1966), Weier (1968), Hentschel (1993), Donhauser (1998), Dürscheid (2007), Stricker, Bergmann & Wich-Reif (2012), Eichinger (2012); für eine optimalitätstheoretische Erklärung des syntaktisch determinierten Kasuswegfalls vgl. Müller (2002).

Die Darstellung des aktuellen Forschungsstands ist wie folgt gegliedert. Zunächst betrachten wir im Abschnitt Standardsprachlich anerkannter Wegfall der Genitivendung Fälle, in denen eine Nullmarkierung des Genitivs bei starken Nomen als normgerecht eingeschätzt wird. Darüber hinaus betrachten wir auch Beispiele von Endungslosigkeit, die nach allgemeiner Auffassung nicht der Sprachnorm entsprechen, aber dennoch im Sprachgebrauch auftreten (Nicht standardsprachlich anerkannter Wegfall der Genitivendung). Anschließend diskutieren wir die Faktoren, die in der Literatur für die endungslose Realisierung des Genitivs verantwortlich gemacht werden. Dabei wird auch die Frage behandelt, wie sich diese Faktoren in Form eines Baumdiagramms darstellen lassen. Abschließend gibt der Abschnitt Zur normativen Einordnung der Nullrealisierung einen Überblick über unterschiedliche Auffassungen, die von gängigen Grammatiken des Deutschen in Bezug auf die Zulässigkeit endungsloser Genitive vertreten werden.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 26.09.2014 10:39.