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Schlagwörter: Register Text Textsorte

Register

Register Wörter Texte
Pressetexte 4.238.794.483 15.733.214
Sonst. Gebrauchstexte 69.210.314 200.092
Literarische Texte 7.350.033 233
Gesamt 4.315.354.830 15.933.539

Tabelle 8: Unterteilung des Gesamtkorpus im Hinblick auf 'Register'

Die Bezeichnung Register ist hier im Sinne von Biber/Conrad (2009, S. 6ff.) gemeint.

Zitat Biber (Abschnitt ein-/ausblenden)

Biber/Conrad (2009, S. 6ff.): “In general terms, a register is a variety associated with a particular situation of use (including particular communicative purposes). The description of a register covers three major components: the situational context, the linguistic features, and the functional relationships between the two components.“

Vgl. auch Biber (2010, S. 241): „The register perspective characterises the typical linguistic features oft text varieties, and connects those features functionally to the situational context of the variety.“

Damit bezeichnen wir (tendenziell) größere Textsorten- bzw. Genregruppen, die sich situativ definieren und hinsichtlich funktional motivierter, typischer (d. h. im Text besonders häufiger) linguistischer Charakteristika zu beschreiben sind. Biber/Conrad kontrastieren Register mit Genre, indem sie Letzteres nicht mit häufigen linguistischen Charakteristika, sondern mit konventionellen textstrukturierenden Charakteristika verbinden. Während bei Genre-Untersuchungen immer ganze Texte zu betrachten seien, kann die Register-Perspektive sowohl auf der Betrachtung von ganzen Texten als auch Textfragmenten basieren, was besser zum DeReKo als Datenquelle passt. Die Unterscheidung von Registern ist vor allem im englischsprachigen Raum üblich. Sie wird auch im oben genannten Sinne im LSWE Corpus benutzt. Im deutschsprachigen Raum ist die verwandte, allerdings feinkörnigere Unterscheidung nach Textsorten gängiger. Die Unterteilung in Register im Untersuchungskorpus lässt sich nachvollziehen, indem die Teilfaktoren ‚Zweck‘ und ‚Entstehung‘ im Strukturbaum in Abbildung 3 abgearbeitet werden.

Abbildung 3: Registerstrukturierung des Untersuchungskorpus

Die Zuordnung der Texte zu den einzelnen Registern erfolgte hauptsächlich anhand der DeReKo-Metadaten zu Textsorte/Genre, wie es die Tabelle 9 zeigt. Allerdings wurden diese an mehreren fraglichen Stellen „von Hand“ überprüft, und die Zuordnung wurde ggf. angepasst.

Tabelle 9: Zuordnung der Textsorten und Genres der DeReKo-Metadatenbank zu Registern (Abschnitt ein-/ausblenden)

Journalistisches Gebrauchstext Literarisches
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Tabelle 9: Zuordnung der Textsorten und Genres der DeReKo-Metadatenbank zu Registern

Als Schwäche dieser Textsorten-/Genreklassifizierung kann ausgelegt werden, dass sie durch wechselnde DeReKo-Team-Mitarbeiter manuell vorgenommen wurde und dementsprechend heterogen und stellenweise inkonsistent ausfällt. Andererseits lebt sie gerade wie die traditionellen Textsortenauffassungen vom intuitiven Urteil des Sprachbenutzers, ein Aspekt, dem in der Standardsprachlichkeitsproblematik (wie in Was ist Standarddeutsch? dargestellt) eine besondere Rolle zukommt. Um dennoch Idiosynkrasien dieser Einteilung aufzuwiegen, wird ihr in absehbarer Zukunft eine automatische Stilklassifikation zur Seite gestellt.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 08.09.2017 13:42.