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Datenbasis für Untersuchungen zur grammatischen Variabilität im Standarddeutschen Statistische Methoden der Korpusgrammatik Verlässlichkeit grammatischer Annotationen Vorhersage von Fugenelementen in nominalen Komposita Variation der starken Genitivmarkierung AcI-Konstruktionen und Wie-Komplementsätze Ressource: GenitivDB

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Schlagwörter: Korpus

Was sind „standarddeutsche“ Textsorten?

Kategorisierungen wie im vorangegangenen Abschnitt direkt auf einzelne Texte anzuwenden, ist in Vorhaben, die mit einer extrem breiten Korpusbasis arbeiten müssen, nicht praktikabel. Sie lassen sich aber glücklicherweise auch auf traditionelle Textsorten beziehen, wie sie im Bewusstsein der Sprachteilhaber verankert sind. So sind dann auf einmal alle Texte einer als passend kategorisierten Textsorte Kandidaten für die Aufnahme in die Korpora, mit welchen man die Standardsprache analysieren will. Auf diese Weise wird das Standarddeutsche vom Phantom zu einer als solche anerkannten Existenzform der Sprache, deren Inventar an Konstruktionen einschließlich ihrer Verwendungsmöglichkeiten mittels prinzipiell durchführbarer Verfahren in Korpora zu fassen ist. Nun stellt sich natürlich die Frage, welche konkreten Textsorten wie stark und in welchem Verhältnis zueinander in den Untersuchungskorpora vertreten sein sollten, um Rückschlüsse auf die vermutlich sehr ausdifferenzierte Standardsprache zu erlauben. Eine Antwort, die nicht zuletzt auch Machbarkeitskriterien zu berücksichtigen hat, muss aber für den Abschnitt Die Korpusbasis des Projekts aufgespart bleiben, in dem genau die Bildung und Strukturierung der dem Projekt zugrunde liegenden Korpora beleuchtet wird. Hier sei nur noch einmal betont, dass es sich bei diesen Korpora zunächst einmal um eine Datenbasis für Analysen handelt. Erst nach diesen Analysen soll es möglich sein, zuverlässige Aussagen darüber zu machen, welche grammatischen Erscheinungen unter welchen Umständen zum Standarddeutschen gerechnet werden können, und die relevanten Erscheinungen genau zu beschreiben.

Am Ende dieses Abschnitts soll noch einmal das primäre Ziel unseres Vorhabens in Erinnerung gerufen werden. Es geht darum, grammatische Formen und Formverwendungen zu untersuchen, die tendenziell zum Standarddeutschen gehören und Varianz aufweisen bzw. einer Variation unterliegen. Dies impliziert, dass etwa folgende Fragen - zumindest vorerst - zweitrangig sind: Wie ist Standarddeutsch genau zu definieren? Wie ist Standarddeutsch entstanden? Wo und in welchem Maße ist es kodifiziert? In welchem Maße wird es gelehrt? Notwendig erscheint dagegen, jetzt die Begriffe Variation und Varianz zu problematisieren.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 12.03.2012 14:00.