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schenken

Aussprache: 'schenken
Stammformen: schenkt - schenkte - hat geschenkt
Konjugationsmuster: schwach
Generelle Anmerkungen:

schenken wird auch als Verb in Funktionsverbgefügen verwendet wie z.B.

jemandem/etwas Achtung/Beachtung schenken: jemanden/etwas achten/beachten

jemandem/etwas Aufmerksamkeit schenken: jemandem/etwas gegenüber aufmerksam sein

jemandem Gehör schenken: jemandem zuhören

jemandem/etwas Glauben/Vertrauen schenken: jemandem/etwas glauben/vertrauen

jemandem sein Lächeln schenken: jemanden anlächeln

schenken wird auch in Idiomen verwendet wie:

sich etwas schenken: etwas (,was man nicht gerne getan hätte,) nicht tun

etwas ist nicht geschenkt: etwas ist nicht billig/verlangt Mühe

jemandem nichts schenken: es jemandem nicht leicht machen

jemandem sein Herz schenken: sich in jemanden verlieben

einem Kind das Leben schenken: ein Kind gebären

Geschenkt!: Klar doch! Es ist selbstverständlich, es lohnt sich nicht darüber zu sprechen.

  
1 schenken jemandem etwas kostenlos geben
2 schenken etwas bewirken

1 schenken

Strukturbeispiel: jemand schenkt jemandem etwas/jemanden
Im Sinne von: jemand gibt jemandem etwas kostenlos und ohne es zurückzuverlangen
Satzbauplan:Ksub , Kakk , Kdat
Beispiele:
(1) Mein Mann hat mir Blumen zum Geburtstag geschenkt.
(2) Wir haben immer gebeten, dass Gott uns mehr Wasser schenkt. (die tageszeitung, 15.09.1999, S. 13)
(3) Die Bundesrepublik schenkt Berlin ein Museum für die deutsche Geschichte. (Zeit, 07.06.1985, S. 43)
(4) Als Zeichen der Anerkennung hat man dem jungen Krieger zwei Sklaven geschenkt.
(5) Katja ist 15 und schenkt ihrem Kaninchen zu Weihnachten Knabberstangen. (nach die tageszeitung, 27.12.1999, S. 15)
(6) Der König schenkte seinem Land den lang ersehnten Frieden.
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk: NP im Akk/ProP im Akk/GWS

Kdat: NP im Dat/ProP im Dat/GWS

Passivkonstruktionen: Werden-, Sein-Passiv

werden:
(7) Diese teure Handtasche wurde Ingrid von ihrem Mann geschenkt.
sein:
(8) Das Buch brauchst du nicht zurückzugeben, was geschenkt ist, ist geschenkt!
Bekommen-Passiv

(9) Von meinem Vater bekam/kriegte/erhielt ich mein erstes Buch geschenkt.
Anmerkungen:

Wenn mit dem Kakk auf eine Person Bezug genommen wird, ist häufig indirekt eine Dienstleistung gemeint, die durch diese Person ausgeführt wird:
(10) Ich schenke dir eine Putzfrau.

In generischen Sätzen oder wenn klar ist, für wen das Geschenk bestimmt ist, kann das Kdat weggelassen werden:
(11) Nächste Woche feiern die Eltern goldene Hochzeit. Weißt du schon, was du schenkst?
(12) Der junge Mann schenkt gerne Blumen.

Gelegentlich können in generischen Sätzen das Kakk und das Kdat weggelassen werden. In diesem Fall wird häufig eine modale AdvP hinzugefügt.
(13) Kinder schenken gerne.

Das Schenken steht häufig im Zusammenhang mit konventionellen Ereignissen wie Weihnachten, Geburtstag o.Ä. oder es dient einfach der Absicht, jemanden zu erfreuen. Auf diese Ereignisse kann mit einer PräpP [zu +Dat/[formell] anlässlich +Gen] Bezug genommen werden:  
(14) Die Mitarbeiter schenkten dem Direktor anlässlich seines Jubiläums eine moderne Grafik.
(15) Soll ich meiner Mutter zu Weihnachten eine Uhr, eine Reise oder vielleicht lieber einen Hund schenken?
(16) Benno schenkt seiner Freundin zum Valentinstag einen Blumenstrauß.
(17) Die Arbeiter der DDR wollten der Republik zu ihrem 10. Geburtstag 10 Arbeits­tage schenken. (nach Neues Deutschland, 20.05.1959, S. 1)
(18) Die Großeltern schenken dem Jungen zur Kommunion ein Fahrrad.

schenken wird auch in dem Ausdruck [veraltend] jemandem ein Kind/ein Jungen/ein Mädchen/einen Erben schenken i.S.v. 'jemandem ein Kind/ein Mädchen/... gebären' (ein Kind gebären zur Freude o.Ä. des Vaters)

2 schenken

Strukturbeispiel: etwas schenkt jemandem etwas
Im Sinne von: jemand/etwas bewirkt etwas bei jemandem; verleihen, bereiten, ermöglichen
Satzbauplan:Ksub , Kakk , Kdat
Beispiele:
(19) Deine Freundschaft schenkt mir neue Lebensfreude.
(20) Der militärische Sieg schenkte dem Land aber keinen Frieden.
(21) Die Arbeit auf dem Hof, im Einklang mit der Natur, schenkte ihr Ruhe und neuen Lebensmut.
(22) [indirekte Charakterisierung] Enkel schenkten ihr neuen Lebensmut.
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk: NP im Akk/ProP im Akk/GWS

Kdat: NP im Dat/ProP im Dat/GWS

Passivkonstruktionen: Werden-Passiv

werden
(23) Drei Jahre lang wurde dieser Koalition der Aufschwung geschenkt. (dpa, 22.03.2009; «Leipziger Volkszeitung» zu Koalition.)
Anmerkungen:

Wenn der Adressat die Allgemeinheit ist, kann das Kdat weggelassen werden:
(24) Denn jede positive Ablenkung tut gut und schenkt neue Kraft. (Nürnberger Zeitung, 03.02.2009, S. 24)
(25) Rache schenkt vielleicht eine momentane Erlösung aber keinen Seelenfrieden.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 21.08.2012 15:20.