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[Text im Vollbild]    [E-VALBU]

schaden

Aussprache: 'schaden
Stammformen: schadet - schadete - hat geschadet
Konjugationsmuster: schwach
  
1 schadeneine schädliche Wirkung auf etwas ausüben
2 schaden jemandem/etwas Schaden zufügen

1 schaden

Strukturbeispiel:etwas schadet jemandem/etwas
Im Sinne von:etwas übt eine schädliche Wirkung auf jemanden/etwas aus
Satzbauplan:Ksub , Kdat
Beispiele:
(1) Die schweren Traktoren schaden dem weichen Erdboden.
(2) Versuchen Sie es doch mal mit Baldriantee. Der schadet Ihnen bestimmt nicht.
(3) Die Verlangsamung des Wachstums in Asien wird dem US-Exportgeschäft schaden. (nach Berliner Zeitung, 30.10.1997, S. 1)
(4) Die Erwärmung der Atmosphäre schadet den Gletschern in den Alpen.
(5) Nicht einmal der durch die Finanzkrise offenbar gewordene Bankrott des ungezügelten Kapitalismus schadet der Partei der bekennenden Marktwirtschaftler. (Braunschweiger Zeitung, 07.01.2009)
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kdat: NP im Dat/ProP im Dat/GWS

Passivkonstruktionen: kein Passiv möglich

Anmerkungen:

schaden  wird häufig in generischen Sätzen verwendet:
(6) Holzspielzeug schadet kleinen Kindern in der Regel nicht.
(7) Zu viele Vitamine schaden den Nieren. (Mannheimer Morgen, 19.02.1986, S. 3)
(8) Autoabgase schaden der Umwelt.
(9) Schlechte Ernährung schadet dem Wachstum der Kinder.
(10) Zu viel Aufregung schadet der Gesundheit.
In diesem Fall kann das Kdat weggelassen werden:  
(11) Ein Glas Kognak schadet nie. (Zeit, 20.09.1985, S. 35)
(12) In Wänden verarbeiteter Asbest schadet.

2 schaden

Strukturbeispiel:jemand/etwas schadet jemandem/etwas mit irgendetwas
Im Sinne von:jemand/etwas fügt jemandem/etwas mittels irgendetwas Schaden zu
Satzbauplan:Ksub , Kdat , (Kadv)
Beispiele:
(13) Der Politiker hat sich mit seinen unbedachten Worten sehr geschadet.
(14) Durch die Aufdeckung der Bestechungsaffäre hat die Opposition der Regierung geschadet.
(15) Er hat seiner Lunge mit Rauchen geschadet.
(16) Drahtzieher, so der Angeklagte, soll ein 47 Jahre alter Versicherungsmakler sein, der ihm schaden wolle. (Braunschweiger Zeitung, 10.03.2009; Bauunternehmer)
(17) [Valenzreduktion] Unsachgemäße Fütterung schadet den Tieren mehr als gar keine Fütterung. (Braunschweiger Zeitung, 06.01.2009; Sichern Sie Vögeln das Überleben)
(18) Blattläuse schaden den Grünpflanzen.
(19) [Valenzreduktion] Die scharfen Kritiken in den Zeitungen haben dem Regisseur und seinem Film über Vietnam geschadet.
(20) Zu reichliches Gießen schadet den Pflanzen.
Belegungsregeln:

Ksub:

     NP im Nom/ProP im Nom/GWS

     SKsub mit fak. Korrelat es (stellungsbed.):

           dass-S:   
(21) Damals hat es der CDU sehr geschadet, dass sie sich lange Jahre immer wieder neu auf die Rückkehr ins Kanzleramt einrichtete. (Zeit, 01.02.1985, S. 4)
(22) Medojevic' Glaubwürdigkeit schadete, dass er unmittelbar vor den Wahlen wegen Steuerhinterziehung verhört wurde, was die Opposition als einen schmutzigen Trick des Regimes bezeichnete. (die tageszeitung, 12.09.2006, S. 11)

           Inf-S mit zu:   
(23) Den Kindern schadet (es) sehr, viele Stunden am Tag fernzusehen.

          Inf-S ohne zu:   
(24) Viel Fett und wenig Obst und Gemüse essen, schadet besonders Menschen mit sitzender Tätigkeit.

Kdat: NP im Dat/ProP im Dat/GWS

Kadv: Mittel

      mit +Dat:/durch +Akk
(25) Mit dem Anschlag habe er der Wirtschaft Ägyptens schaden wollen. (Berliner Zeitung, 30.10.1997, S. 3)
(26) Microsoft hat sich den Ruf erworben, durch sein rücksichtsloses Vorgehen der gesamten Softwareindustrie zu schaden. (nach die tageszeitung, 14.11.1997, S. 16)

     SKadv mit obl. Korrelat dadurch/damit:

           dass-S:   
(27) Viele Mütter wissen nicht, wodurch sie ihrem Neugeborenen mehr schaden – dadurch, dass sie aufs Stillen verzichten oder dadurch, dass sie ihr Kind mit DDT-verseuchter Muttermilch vergiften. (die tageszeitung, 10.08.1990, S. 16)
(28) Der Chef hat seinem Mitarbeiter damit geschadet, dass er ihn öffentlich kritisiert hat.
     

Passivkonstruktionen: Werden-Passiv: nur unpersönlich

werden:
(29) Durch zu viele Vorwürfe und Anforderungen wird der Entwicklung eines Kindes geschadet.
sein:   
(30) Seinem Ansehen ist bereits sehr geschadet.
Anmerkungen:

Das Ksub in Form des Inf-S kann nur vor dem Hauptsatz stehen.    

Das Korrelat es wird häufig realisiert.

Das SKadv wird selten realisiert.

 schaden  wird häufig in generischen Sätzen verwendet:
(31) Das übermäßige Trinken von Alkohol schadet der Leber.
In diesem Fall kann das Kdat weggelassen werden:
(32) Der Lufthansa-Streik schadet nur. (Zeit, 15.11.1985, S. 1)
(33) Rauchen schadet immer.

Auf dasjenige, das jemandem oder etwas Schaden zufügt, kann auch mit einem wenn-Satz Bezug genommen werden:
(34) Wobei für Eckhoff klar ist, dass es "der Demokratie schadet, wenn führende Repräsentanten gegen Gesetze verstoßen". (die tageszeitung, 27.01.2000, S. 22)

In negierten Aussagesätzen, in denen das Kdat weggelassen ist, wird schaden  häufig i.S.v. ‘etwas bringt eher Vorteile als Nachteile, ist mehr nützlich als schädlich’ verwendet:  
(35) Eine Beratung vor der Nachzahlung schadet nicht. (Mannheimer Morgen, 08.11.1986, S. 34)
(36) Es schadet im Alter nicht, täglich ein Glas Wein zu trinken.
(37) Es schadet nicht, wenn man sich nur jeden zweiten Tag duscht.

In negierten Aussagesätzen und in Verbindung mit können wird schaden  häufig i.S.v. ‘etwas tut (jemandem) gut, ist (für jemanden) nützlich’ verwendet:  
(38) Etwas Geld im Tresor zu haben, könne indes nicht schaden. (Zeit, 24.04.1987, S. 35)
(39) Denn noch im Sommer 1984 gab die Popsängerin in einem Gespräch zu, dass ihr ein paar Stunden Gesangsunterricht nicht schaden würden.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 20.08.2012 11:51.