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[Text im Vollbild]

-sam (gewaltsam)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: gewaltsam
Herkunft: mhd. sam 'ebenso'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Nomina, in der Regel einheimische Abstrakta.
Beispiele: furchtsam, gewaltsam, sittsam, tugendsam.

Weht dem Normalnager dezent der Duft gepflegten Katzenfelles in die Nase, wird er furchtsam. Denn sein Gehirn signalisiert instinktiv: Achtung, Gefahr!
(spektrumdirekt, 07.11.2007)

Vielleicht liegts am Älterwerden, in seinem Gedicht Karneval hat Wilhelm Busch eine ähnliche Entwicklung vom ausgelassenen Feierer zum Stubenhocker beschrieben: "Die Zeit verging, das Alter kam, wir wurden sittsam, wurden zahm. Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern, die Sach uns an, doch nur von fern (ein Auge zu, Mundwinkel schief). Durchs umgekehrte Perspektiv."
(Rhein-Zeitung, 20.02.2009)

Gute alte Zeiten! Um 1900 war die Welt noch in Ordnung. Töchter waren tugendsam und gehorchten ihren Eltern, Ehemänner waren treu, und die Erde war eine Scheibe.
(Mannheimer Morgen, 10.10.2007)

Bedeutung: In Nominalphrasen wie ein tugendsames Mädchen wird ausgesagt, dass das vom Nomen Bezeichnete (das Mädchen) das von der Basis des Derivats Bezeichnete hat: Ein tugendsames Mädchen ist ein Mädchen mit Tugend, eine gewaltsame Lösung ist eine Lösung mit Gewalt.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -ant, z.B. charmant, tolerant.
-al, z.B. instrumental.
-är, z.B. prioritär.
-ell, z.B. strukturell.
-ent, z.B. intelligent.
-haft, z.B. tumulthaft.
-ig, z.B. freudig.
-iv, z.B. instinktiv, intensiv.
-lich, z.B. ängstlich.
-ös, z.B. medikamentös.

Weiterführender Text:

  - Explizite Adjektivderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 26.10.2011 13:37.