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rauchen

Aussprache: 'rauchen
Stammformen: raucht - rauchte - hat geraucht
Konjugationsmuster: schwach
Generelle Anmerkungen:

Nicht behandelt wird hier das unpersönliche Verb rauchen, es:
(1) Es qualmt und raucht in der Neudauer-Straße: Schon seit Jahren verpestet ein Anrainer die Luft mit verheizten Müll. (Niederösterreichische Nachrichten, 15.04.2009, S. 22)

  
1 rauchen etwas konsumieren
2 rauchen gewohnheitsmäßig Tabakprodukte konsumieren
3 rauchen Rauch austreten lassen
4 rauchen irgendwo heraustreten

1 rauchen

Strukturbeispiel:jemand raucht etwas
Im Sinne von:jemand konsumiert etwas , indem er es anzündet und den entstehenden Rauch durch den Mund einzieht und wieder ausstößt
Satzbauplan:Ksub , (Kakk)
Beispiele:
(2) Nach dem Essen rauchte mein Großvater immer eine gute Zigarre, mein Vater rauchte lieber eine Zigarette und mein Onkel eine Pfeife.
(3) Mein Großvater hat nie parfümierten Tabak geraucht.
(4) Mit fünfzehn Jahren raucht Karin die erste Haschischzigarette, mit fünfundzwanzig stirbt sie an einer Überdosis Kokain. (Zeit, 02.05.1986, S. 59)
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk: NP im Akk/ProP im Akk/GWS

Passivkonstruktionen: Werden-, Sein-Passiv

werden:
(5) Opium und Haschisch werden geraucht, die meisten anderen Rauschgifte werden gespritzt oder oral aufgenommen.
sein:   
(6) Die letzte Zigarette war geraucht, die letzte Flasche Wein getrunken: Jetzt war das Fest aus.

2 rauchen

Strukturbeispiel: jemand raucht
Im Sinne von: jemand konsumiert gewohnheitsmäßig Tabak oder Tabakprodukte
Satzbauplan:Ksub
Beispiele:
(7) „Danke, ich rauche nicht!“ (Cotton, S. 55)
(8) 45 Prozent aller Männer und 28 Prozent der Frauen rauchen. (Mannheimer Morgen, 04.07.1986, S. 16)
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Passivkonstruktionen: Werden-Passiv: nur unpersönlich

werden:
(9) Es wird immer weniger geraucht.
Anmerkungen:

Der Umfang des Konsums von Tabakwaren kann durch den Ausdruck wie ein Schlot rauchen /Kette rauchen i.S.v. ‘sehr viel rauchen’ spezifiziert werden:    
(10) Kein Wunder, dass du hustest, du rauchst wie ein Schlot.
(11) Jugendliche, die sich ins Koma saufen, Mädchen die mit 16 Jahren Kette rauchen oder eher feuchte als fröhliche Feiern zum bestandenen Schulabschluss: Mit all dem soll in Frankreich bald für immer Schluss sein. (dpa, 10.03.2009; Kein Bier, kein Tabak)

3 rauchen

Strukturbeispiel:etwas raucht
Im Sinne von:etwas lässt Rauch austreten
Satzbauplan:Ksub
Beispiele:
(12) Der Schornstein raucht.
(13) Hinten raucht der Grill, aus dem Foyer dringen die ersten Lieder. (nach Spiegel, 33/94, S. 10)
(14) In der Nähe von Vulkanen raucht die Erde.
(15) Ein Pelletkaminofen ähnelt äußerlich einem Schwedenofen. Im Unterschied zu einem Holzofen ist er aber ein vollautomatisches Heizgerät, das aus wenig Brennstoff viel Wärme gewinnt und nicht raucht. (Niederösterreichische Nachrichten, 02.03.2009, S. 24)
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Passivkonstruktionen: kein Passiv möglich

Anmerkungen:

rauchen wird auch in dem Ausdruck die Schornsteine/die Schlote rauchen i.S.v. 'die Fabriken arbeiten, der Industrie geht es gut' verwendet:
(16) Noch rauchen die Schornsteine - das macht den Menschen in der Hauptstadt von VW Mut. (Braunschweiger Zeitung, 07.01.2009; Starke Marken Skoda, VW und Audi trotzten der Krise)

4 rauchen

Strukturbeispiel:[selten] etwas raucht irgendwoheraus
Im Sinne von: etwas tritt irgendwo heraus; ausströmen
Satzbauplan:Ksub , Kadv
Beispiele:
(17) Vor pechschwarzen Lavakegeln raucht weißer Dampf aus der verschneiten Erde. (Zeit, 27.12.1996, S. 43)
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kadv: Ort (direktivisch)

     aus +Dat: Ausgangsort
(18) 245.000 Tonnen waren es beispielsweise 1993", weiß Umweltminister Bartenstein. "Ein Vielfaches der Menge, die aus den Schloten der Industrie oder der Heiz- und Kraftwerke rauchte." (Neue Kronen-Zeitung, 19.06.1995, S. 14)

Passivkonstruktionen: kein Passiv möglich

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 18.11.2009 17:19.