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[Text im Vollbild]

-oid (grippoid)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: grippoid
Herkunft: griech. -o-eid(es), z.B. trapezoeides zu griech. eidos 'Gestalt'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Nomina, mitunter auch Eigennamen.
Beispiele: faschistoid, grippoid, jazzoid, spiraloid.

Nach tagelangem Streit um einen NS-Vergleich hat der Öffentlichkeitsreferent des Augsburger Bistums, Dirk Voß, die Schärfe seiner Worte bedauert. (…). Voß hatte Roths Aussage, Bischof Walter Mixa sei ein «durchgeknallter, spalterischer Oberfundi» als "faschistoid" bezeichnet, die an die NS-Propaganda- Hetze gegen die katholische Kirche erinnere.
(dpa, 24.10.2007)

Produktivität: grippoid (Beispiel nach Kühnhold et al. 1978: 337); bei der spiraloiden Wanderung durch die Claes-Oldenburg-Ausstellung (FAZ 1995), dem jazzoiden Charme des Stücks (Mannheimer Morgen 17.1.1996), von extremrechts über bravrechts bis schönhuberoid und cducsuoid (Spiegel 18/1993: 65).
Morphologische Besonderheiten: Bei Basen auf -e (z.B. Grippe) verschmelzen Auslaut der Basis und Anlaut des Suffixes miteinander, z.B. grippoid, spiraloid.
Bedeutung: Die Adjektivderivate drücken aus, dass etwas nur fast so ist wie das von der Basis Bezeichnete: Eine grippoide Krankheit hat Ähnlichkeit mit Grippe, ist aber keine Grippe.

Weiterführender Text:

  - Explizite Adjektivderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 21.09.2011 14:13.