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[Text im Vollbild]

miss- (missvergnügt)

Art des Affixes: Präfix
Aussprache: missvergnügt
Herkunft: ahd. missa- 'das Verkehrte', z.B. mísse-búri.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Adjektive.
Beispiele: missgebildet, missgelaunt, missgestaltet, missvergnügt, missverständlich.
Bedeutung: Das Präfix bestimmt die von der Basis bezeichnete Eigenschaft semantisch näher: Wer missgelaunt ist, ist schlecht gelaunt. Zum anderen dient das Präfix der Nagtion: Wer missvergnügt ist, ist nicht vergnügt.

„GRILLIG” zu sein hat zum Beispiel nichts mit Bratwürsten zu tun. Das hübsche Adjektiv soll an das Versprechen Mephistos erinnern, Goethes Faust „die Grillen”, also die Launen, auszutreiben. Wenn jemand grillig ist, dann ist er schlichtweg verdammt missgelaunt.
(die tageszeitung, 21.01.2009)

Sie haben mit Ditta oder Princess zwar ebenso schöne Namen wie die industrielle Konkurrenz, sind aber häufig teurer und "missgestaltet". Wurmeinstiche, Druckstellen oder pockennarbige Schalen: Die Öko-Erdäpfel füllen die Lagerhallen - und drängen die Bauern in die Klemme.
(Hamburger Morgenpost, 13.03.2009)

Komplementäre/konkurrierende Affixe: -a, z.B. ahistorisch.
de-, z.B. destabil.
in-, z.B. inaktiv.
non-, z.B. nonverbal.
pseudo-, z.B. pseudoliberal.
un-, z.B. unsozial.
Spezialliteratur: Altmann, Hans (1997)

Weiterführender Text:

  - Explizite Adjektivderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 18.01.2012 14:32.