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[Text im Vollbild]

miss- (Missgriff)

Art des Affixes: Präfix
Aussprache: Missgriff
Herkunft: ahd. missa- 'das Verkehrte', z.B. mísse-búri.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Mögliche Basen: Nomina.
Beispiele: Missachtung, Missgriff, Missheirat, Missinterpretation, Missklang, Missmanagment, Missvergnügen, Misswirtschaft.

Das „Unwort des Jahres”, eine Art Anti-„Wort des Jahres”, wird immer im Januar von einem Institut der Universität Frankfurt ausgewählt. So ein sprachlicher Missgriff muss „sachlich grob unangemessen” sein und „möglicherweise die Menschenwürde verletzen”: Wie zum Beispiel die „Herdprämie” im Jahr 2007 und die „notleidenden Banken” 2008.
(die tageszeitung, 19.12.2009)

Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn frische Zuneigung plötzlich in Verdrossenheit kippt – und dort dann langsam zu säuerlichem Missvergnügen verschimmelt. Was, wenn mir meine eigentlich nette Nachbarin morgen mit ihrem Zwilling-Küchenmesser auflauert?
(die tageszeitung, 26.02.2009)

Nordkorea ist seit Jahren auf Hilfe von außen angewiesen. Jahrelange Misswirtschaft, Naturkatastrophen und der Verlust der Unterstützung durch die frühere Sowjetunion gelten als Hauptursachen für die Versorgungskrise.
(dpa, 01.01.2009)

Produktivität: Fehlentscheidungen und Misskalkulationen (FAZ 1995).
Bedeutung: Das Präfix bestimmt die Basis semantisch näher. Es dient zum einen der Negation: Ein Misserfolg ist kein Erfolg. Zum anderen wird ausgedrückt, dass etwas schlecht ist: Eine Misswirtschaft ist eine Wirtschaft, aber eine schlechte, fehlerhafte.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: a-, z.B. Apräsenz.
de-, z.B. Desinteresse.
non-, z.B. Noninformation.
pseudo-, z.B. Pseudoversuch.
un-, z.B. Untat, Untiefe.
Spezialliteratur: Altmann, Hans (1997)

Weiterführender Text:

  - Explizite Nomenderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 18.01.2012 14:24.