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merken

Aussprache: 'merken
Stammformen:merkt - merkte - hat gemerkt
Konjugationsmuster: schwach
  
1 merkenetwas sinnlich, mental oder physisch wahrnehmen; bemerken, spüren, erkennen

1 merken

Strukturbeispiel:jemand/etwas merkt etwas
Im Sinne von:jemand/etwas nimmt etwas sinnlich, mental oder physisch wahr; bemerken, spüren, erkennen
Satzbauplan:Ksub , Kakk
Beispiele:
(1) Die Verkäuferin hat sich beim Ausstellen der Rechnung geirrt. Der Kunde merkte den Fehler beim Bezahlen.
(2) Antes ließ die Gelder über die Konten seiner Mutter laufen, damit das Finanzamt nichts merkte. (nach Zeit, 02.05.1986, S. 2)
(3) Unser Hund hat es sofort gemerkt, dass Diebe im Haus waren.
(4) Der Patient merkte keinen Stich, als er geimpft wurde.
(5) Ich bin vor einigen Wochen beim Radfahren gestürzt. Meine verletzte Schulter habe ich wochenlang gemerkt.
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk:

NP im Akk/ProP im Akk/GWS

     SKakk mit fak. Korrelat es (stellungsbed.):

          dass-S: 
(6) Ich merkte jetzt erst, dass Marie gegangen war. (nach Böll, Ansichten, S. 140)
(7) Kurz vor Einführung des Euro hörte ich im Radio ein Interview mit einem Wissenschaftler, der prophezeite, dass die Menschen es noch nicht einmal merken würden, dass nun für die Waren das Doppelte bezahlt werden muss. (Braunschweiger Zeitung, 30.03.2009; Mit Euro Verbraucher an der Nase herumgeführt)

          ob-S:
(8) Man merkt sofort, ob jemand ein Neuling auf dem japanischen Markt ist. (Zeit, 29.05.1987, S. 29)
(9) Manche Menschen merken (es) schon einige Tage früher, ob ein Wetterwechsel bevorsteht.

          w-S:
(10) Ich merkte erst später, was mich ärgerte. (Frisch, S. 168)

          HS:
(11) Alle merkten, hier hat sich etwas Wichtiges ereignet. (Zeit, 25.01.1985, S. 54)

Passivkonstruktionen: kein Passiv möglich

Anmerkungen:

Das Korrelat es wird in der geschriebenen Sprache selten realisiert.

Das SKakk wird häufig in Form des dass-S realisiert.

Wenn das Kakk mit einem Indefinitpronomen belegt wird, wird dieses häufig mit einer attributiven Erweiterung [AdvP [davon] bzw. PräpP [von +Dat]] verwendet:
(12) Die Nachbarn haben nichts davon/davon nichts/nichts von dem Einbruch/von dem Einbruch nichts gemerkt.

Mit einer PräpP [an +Dat] kann auf das Indiz, an Hand dessen etwas wahrgenommen wird, Bezug genommen werden:
(13) Das Baby ist krank. Man merkt es an seinem kläglichen Weinen.  
(14) Amerika ist anders. Das merkt man zuerst an den Steckdosen. (Zeit, 10.05.1985, S. 45)

Häufig wird merken in Verbindung mit lassen verwendet:
(15) Er ließ seine Freunde seine Enttäuschung nicht merken.
(16) Er ließ nichts von seinem Ärger merken.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 14.10.2009 15:09.