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[Text im Vollbild]

-lich (königlich)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: niglich
Herkunft: mhd. lîch 'Leib, Körper', heute noch in nhd. Leichnam vorhanden.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Nomina.
Beispiele: abenteuerlich, glücklich, fürsorglich, königlich, leidenschaftlich, natürlich, stündlich, weltlich, zuversichtlich.

Die Frage nach dem richtigen Weg zum Glück ist eine Lebensaufgabe. Jeder Mensch wünscht sich, Glück zu haben und glücklich zu leben.
(Braunschweiger Zeitung, 21.03.2009)

Die African Queen hält zwar mehr Abstand, dafür ist der Gesamtblick den Fluss entlang zum donnernden Rauch vor blassblauem Himmel empor so königlich wie die Namenspatin: Nach der englischen Queen Victoria hat der schottische Abenteurer und Missionar David Livingstone die Wasserfälle benannt. Als erster Weißer entdeckte er 1855 das Naturschauspiel.
(Berliner Zeitung, 16.02.2008)

So wie Glück und Elend in Indien oft dicht nebeneinander liegen, wechseln die Gefühle auch im Film sekundenschnell: von tiefer Verzweiflung und unbeschreiblichem Leid zu Beschwingtheit und unbändiger Lebensfreude. Das pralle Leben, vibrierend, leidenschaftlich, aufregend, farbenprächtig und nicht auszulöschen.
(dpa, 12.03.2009)

Produktivität: Er selbst fühlte sich ganz hoffnungslos [...] dieser heiße Sand [...] die Ereignislosigkeit, all das [...] machte ihn weltschmerzlich (WELLEN: 44), die ernste hausfrauliche Venus im Louvre (KOEPPEN: 110), Ein halbes Jahrhundert des irrenwärterlichen Umgangs mit mir selbst (REZZ: 14).
Morphologische Besonderheiten: Bei Basen auf -en wird ein Fugenelement eingeschoben, z.B. namen-t-lich, willen-t-lich.
In der Regel wird umgelautet, z.B. ängstlich, natürlich, stündlich, umfänglich, aber fraulich.
In der Regel schließen Basen auf -l (z.B. Mantel) eine Kombination mit -lich aus. Ausnahmen zu dieser Regel wirken auffällig, z.B. fusselich (TAZ 14.6.1988: 24), für den namentlichen und denkmalichen Verbleib (TAZ 5.10.1991: 44), weiß-pastellich (TAZ 10.3.1992: 23).
Bedeutung: Häufig wird in Nominalphrasen wie königliches Gemach ausgedrückt, dass das vom Nomen Bezeichnete (das Gemach) dem von der Basis Bezeichneten (an)gehört: Das königliche Gemach gehört dem König, das großväterliche Taschenmesser gehört dem Großvater. Auch ornative Lesarten sind üblich: Ein leidenschaftlicher Kuss ist ein Kuss mit Leidenschaft. Häufig sind außerdem Identitäts- und Vergleichslesarten: Eine kindliche Kaiserin ist ein Kind, kindliche Freude ist eine Freude, wie sie für Kinder typisch ist; ein königliches Gemach kann auch wie ein Gemach für einen Könige sein. Bei Basen, die Zeiteinheiten bezeichnen, wird eine regelmäßige Wiederholung angezeigt: Ein jährliches Sommerfest findet jedes Jahr statt.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -ant, z.B. charmant.
-al, z.B. instrumental.
-är, z.B. prioritär.
-ell, z.B. strukturell.
-ent, z.B. intelligent.
-esk, z.B. clownesk.
-haft, z.B. tumulthaft.
-ig, z.B. freudig.
-in, z.B. kristallin.
-isch, z.B. kindisch.
-iv, z.B. instinktiv, intensiv.
-ös, z.B. medikamentös.
-sam, z.B. furchtsam.

Weiterführender Text:

  - Explizite Adjektivderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 30.08.2011 10:37.