grammis 2.0

das grammatische informationssystem des instituts fur deutsche sprache (ids)
Korpusgrammatik Grammatik in
Fragen und Antworten
Systematische
Grammatik
Grammatische
Fachbegriffe
Grammatisches
Wörterbuch
Grammatische
Bibliografie
[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z] 
 

[Impressum] [Datenschutzerklarung]

                                                                           
[Text im Vollbild]    [E-VALBU]

lohnen, (sich)

Aussprache: 'lohnen, (sich)
Stammformen:lohnt (sich) - lohnte (sich) - hat (sich) gelohnt
Konjugationsmuster:schwach
Generelle Anmerkungen:

Nicht behandelt wird hier das Verb lohnen:
(1) Gregor Seberg, bekannt aus der Fernsehserie "SOKO Donau", zeigte sein kabarettistisches Können und das Publikum lohnte es mit kräftigem Applaus. (Niederösterreichische Nachrichten, 31.03.2009, S. 66)

  
1 (sich) lohnenfür jemanden einen materiellen oder ideellen Vorteil bringen; sich rentieren

1 (sich) lohnen

Strukturbeispiel:etwas lohnt (sich) für jemanden
Im Sinne von:etwas bringt für jemanden einen materiellen oder ideellen Vorteil; sich rentieren
Satzbauplan:Ksub , (Kprp)
Beispiele:
(2) Ein Anrufbeantworter lohnt (sich) für einen jungen Schauspieler immer, man weiß ja nie, wann ein Regisseur einem ein Angebot macht.
(3) Doch nicht für jede Firma lohnt sich ein eigener Kindergarten. (Mannheimer Morgen, 28.01.2005)
(4) Das Wochenende hat sich gelohnt. (Bild, 14.11.1989, S. 3)
(5) Das Geschäft lohnt sich, obwohl ein Video-Klipp inzwischen durchschnittlich hunderttausend Dollar Produktionskosten verschlingt. (Mannheimer Morgen, 20.02.1985, S. 26)
(6) Das neue Buch von Grass würde nicht lohnen, sagte Reich-Ranicki. Aber viele haben es trotzdem gerne gelesen.
(7) Denn die Musik, die zwischen den Extremen Feindschaft und Liebe pendelt lohnt allemal - auch wenn man bei diesen fast durchgehend hohen Stimmlagen genau hinhören muss. (St. Galler Tagblatt, 14.04.2009, S. 27)
(8) Der Hund hat sich echt gelohnt. Seit wir ihn haben, ist nie wieder in unser Geschäft eingebrochen worden.
Belegungsregeln:

Ksub:

      NP im Nom/ProP im Nom/GWS

      SKsub mit obl. Korrelat es (stellungsbed.):

          dass-S:
(9) Es hat (sich) gelohnt, dass wir den Prüfungsstoff nochmals durchgegangen sind.
(10) Vielleicht hat es sich gelohnt, dass ihr Trainer oft als "Spion" in Nürnberg weilte. (Nürnberger Zeitung, 06.04.2009, S. 4)
(11) Allerdings habe sich jetzt schon gelohnt, dass das Thema "überhaupt aufgegriffen wurde". (Rhein-Zeitung, 14.02.2009; Die Vorderlieger wollen weiter kämpfen)

          Inf-S mit zu:
(12) Schon in jungen Jahren kann es lohnen, eine Lebensversicherung abzuschließen, weil dann die Beiträge wegen des niedrigen Eintrittsalters günstig sind. (Mannheimer Morgen, 16.05.1987, S. 24)
(13) "The Red Prince" ist ein Buch geworden, das sich auf jeden Fall lohnt zu lesen. (die tageszeitung, 10.01.2009, S. VII)
(14) Sich aktiv für seine Gesundheit einzusetzen, lohnt sich. (nach Mannheimer Morgen, 01.04.1986, S. 14)

          Inf-S ohne zu:
(15) Täglich etwas Sport treiben, lohnt (sich) gesundheitlich.

Kprp: für +Dat
(16) Wenn die Sozialabgaben zu hoch werden, würde sich ordentliche Arbeit für niemanden lohnen. (nach Zeit, 29.03.1985, S. 21)

Passivkonstruktionen: kein Passiv möglich

Anmerkungen:

Das Reflexivpronomen wird häufig verwendet.

Der Kasus des Reflexivpronomens sich ist nicht eindeutig erkennbar.

Das SKsub in Form des Inf-S ohne zu kann nur vor dem Hauptsatz stehen.

Sätze, in denen das Reflexivpronomen nicht realisiert ist, sind leicht gehoben. Man findet sie häufig in Texten aus dem Feuilletonteil der Zeitungen oder aus der Reiseliteratur.
(17) Ein Ausflug in die Heide lohnt zurzeit besonders, denn erst durchfährt man strahlendgelbe Rapsfelder. (Braunschweiger Zeitung, 06.05.2009; Blumenpracht am Kloster Wienhausen)

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 01.10.2009 15:50.