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-keit (Heiterkeit)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: Heiterkeit
Affixvarianten: -igkeit, z.B. Gewissenhaftigkeit.
Herkunft: Verschmelzung von mhd. -ec und -heit zu -echeit, z.B. trûrecheit.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Femininum.
Mögliche Basen: Adjektive, in der Regel einheimische.
Beispiele: Austauschbarkeit, Bangigkeit, Bequemlichkeit, Einsamkeit, Fähigkeit, Formlosigkeit, Gewissenhaftigkeit, Heiterkeit, Lebhaftigkeit, Schwatzhaftigkeit, Tapferkeit.

„Null-Euro-Jobber” steht auf dem Plakat einer Frau, die wie viele eine Maske trägt, um Austauschbarkeit und Anonymität der „Generation Praktikum” zu verdeutlichen.
(die tageszeitung, 10.10.2009)

«Die Fähigkeit, sein eigenes Leben zu reflektieren, wirft offenbar die Frage nach dessen Sinnhaftigkeit auf», (…).
(dpa, 24.04.2009)

Deutschland wird bestraft. Künftig sollen seine Bildungsforscher und Politiker keine Pisa-Daten vorab von der OECD mehr erhalten. (…). Begründung: (…) 2007 hätten deutsche Medien vorab Teilergebnisse veröffentlicht. Auch Spanien trifft das Embargo wegen medialer Schwatzhaftigkeit.
(Berliner Zeitung, 03.06.2008)

Produktivität: Nobelkeit (BARLACH: 222), Tagtäglichkeiten (BARLACH: 10), der Gestrigkeit entstiegen (BROCH: 238), eine Auflockerung der Sprache zu größerer Spielerischkeit (Kann 1972: 290), hier und da vorkommende Rauhigkeiten (LEY: 7); Wirklichkeiten und Möglichkeiten, Gutigkeiten und Bösigkeiten (TAZ 17.8.1996: 31).
Morphologische Besonderheiten: Das Suffix tritt regelmäßig an Basen auf -bar, -ig, -lich, -sam sowie einheimische Adjektivderivate auf -isch, z.B. Verwundbarkeit, Traurigkeit, Gewöhnlichkeit, Einsamkeit, Spielerischkeit.
Die Variante -igkeit tritt regelmäßig an Basen mit den Suffixen -haft und -los, z.B. in Schwatzhaftigkeit, Gedankenlosigkeit. Einige dieser Basen bringen allerdings das -ig bereits mit, vgl. Wahrhaftig-keit. Außerdem tritt es an Basen, die mit einem Schwa enden (z.B. bange), vgl. Bangigkeit, Blödigkeit.
Bedeutung: Das Suffix macht Adjektive syntaktisch als Nomina nutzbar; bezeichnet werden Eigenschaften: Wem Gedankenlosigkeit vorgeworfen wird, der ist gedankenlos. Daraus können sich auch Bezeichnungen für Sachen und Sachverhalte entwickeln, z.B. Flüssigkeit, Neuigkeit, Süßigkeit: Eine Süßigkeit ist eine Sache, die süß ist.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -anz, z.B. Eleganz.
-e, z.B. Tiefe.
-enz, z.B. Frequenz.
-esse, z.B. Akkuratesse.
-heit, z.B. Schönheit.
-ie, z.B. Analogie, Apathie.
-ion, z.B. Abstraktion.
-ität, z.B. Authentizität, Naivität.
-nis, z.B. Finsternis.
-sal, z.B. Trübsal.
-schaft, z.B. Bereitschaft.
-tum, z.B. Reichtum.
Spezialliteratur: Kolb, Herbert (1985); Oberle, Birgitta E. (1990)

Weiterführender Text:

  - Explizite Nomenderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 18.01.2012 13:21.