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[Text im Vollbild]

-ismus (Sozialismus)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: Sozialismus
Herkunft: griech. -ismos, z.B. parallelismos.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Maskulinum.
Mögliche Basen: Adjektive, in der Regel Entlehnungen.
Beispiele: Absolutismus, Fatalismus, Feudalismus, Individualismus, Kognitivismus, Liberalismus, Modernismus, Nationalismus, Negativismus, Objektivismus, Sozialismus.

Es ist dieser Fatalismus, diese Gleichgültigkeit, die erschaudern lässt im digitalen Medienzeitalter. Es kann nicht sein, dass die Zurschaustellung von widerlichster Gewalt, von übelster Erniedrigung als eine Art Kollateralschaden des weltweiten Datenstroms hingenommen wird.
(dpa, 25.03.2009)

Sie stürmten gegen die festgefrorene Gesellschaftsordnung des Absolutismus an, suchten zweifelnd nach dem eigenen Ich, waren dabei hemmungslose Egozentriker. „Und das“, (…) „macht die Dichter der Sturm-und-Drang-Zeit vielen heutigen jungen Menschen sehr ähnlich.“
(Mannheimer Morgen, 07.11.2009)

Produktivität: Folgen des begriffsreflektorischen Indifferentismus (Herbermann 1981). Nicht ganz ernst gemeint auch mit einheimischen Basen, z.B. in gegen den "Mühsamismus" gewettert (TAZ 10.3.1992: 26).
Morphologische Besonderheiten: Mitunter wird das Suffix sogar wortähnlich verwendet: Da soll patriarchaler Sozialismus durch einen anderen Ismus ersetzt werden (TAZ 13.12.1991: 14). Das Suffix ist also möglicherweise auf dem Wege, ein Wort zu werden. Wortbildungsprodukte wie Sozialismus wären dann als Komposita zu analysieren.
Bedeutung: Das Suffix bezeichnet eine Denkrichtung, Ideologie, Theorie u.ä.; die Basis bestimmt sie semantisch näher: Sozialismus ist eine Denkrichtung, die das Soziale betont.
Spezialliteratur: Wellmann, Hans (2005); Werner, Jürgen (1980)

Weiterführender Text:

  - Explizite Nomenderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 31.03.2016 14:49.