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[Text im Vollbild]

-in (Freundin)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: Freundin
Herkunft: mhd. -inne, -in, z.B. meierinne.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Femininum.
Mögliche Basen: Nomina, die Lebewesen bezeichnen.
Beispiele: Admiralin, Akademikerin, Armenierin, Friseurin, Genossin, Kandidatin, Masseurin, Rättin, Studentin, Tänzerin.

Dafür sollten Erzieherinnen aus ihrem Kittelschürzen-Image erlöst und zu methodisch und didaktisch kompetenten Frühpädagogen umgeschult werden. Dem internationalen Standard gemäß, sollte die Erzieherin der Zukunft Akademikerin sein.
(Die Zeit, 09.07.2009)

Ich lebe seit elf Jahren in der Schweiz. (…): Die Niederungen des Deutschseins sind mir bekannt! Im Januar erhielt ich bei einem international führenden Unternehmen als beste Kandidatin den Job nicht, weil ich des Dialekts nicht mächtig sei. Das könne man den (überwiegend akademisch gebildeten) Kunden im Schweizer Inland nicht zumuten.
(Die Zeit, 04.06.2009)

Hinreißend die Showeinlage, (…). Und amüsant zum Beispiel die Szene, in der eine Tänzerin ein fiktives Auto betankt und dabei so akrobatisch vorgeht, dass jede echte Benzinfüllung dabei explodieren müsste.
(Braunschweiger Zeitung, 16.02.2009)

Produktivität: In der Forschungsliteratur werden zahlreiche Restriktionen formuliert; wenn Bedarf besteht, kümmern sich Sprecherschreiber aber um keine Norm: So meint u.v.a. restriktiv Erben, es bestehe mitunter "keine sachliche bzw. textliche Notwendigkeit zu bestimmten Kombinationen (der Hund, die Hündin, aber nicht der Floh, die *Flöhin)", vgl. aber Josephine (eine Flöhin!) tanzt den sterbenden Schwan (FAZ 1995). Ähnlich die Restriktion bei Doleschal (1992: 38), Movierungen von Derivaten mit -ling seien ausgeschlossen, vgl. aber die junge Seltsamlingin aus der Schweiz (ZEIT 1.12.1995: 9), PrüflingInnen (TAZ 3.8.1993: 21). Siehe außerdem: arme Rokoko-Schweinin (TAZ 12.9.1992: 27), Bravo, Ihr Grüninnen und Ihr Grünen (FAZ 1995), zeigt Arbeiten seiner Mitglieder und Mitgliederinnen (FAZ 1995). Zur Schreibweise mit Binneni- u.a.: seine TänzerInnen (Rowohlt: 28). Mitunter werden auch feminine Formen weiter feminisiert, z.B. Friseusinnen (TAZ 13.9.1989: 18).
Morphologische Besonderheiten: Auslautendes -e der Basis (z.B. in Däne) verschmilzt mit dem Anlaut des Suffixes, z.B. Dänin, Expertin, Häsin. Bei auslautendem -erer (z.B. Pflasterer) entfällt aus Gründen der leichteren Aussprechbarkeit ein -er, z.B. Pflasterin, Zauberin, so auch in eine Bewunderin seiner Verse (ZEIT 17.10.1997: 28), vgl. aber Kassiererin.
Suffixe wie -in gelten als "umlautauslösende Suffixe" (Baeskow 2002, S. 80), d.h. mitunter wird umgelautet, z.B. Ärztin, Französin, Göttin, Jüdin, Köchin, Sächsin, Stadträtin, Hündin aber Gattin, Russin
Bedeutung: Das Suffix dient der Movierung: Eine Genossin ist ein weiblicher Genosse.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -er, z.B. Puter.
-erich, z.B. Enterich.
-ette, z.B. Kanzlerette.
-ine, z.B. Dackeline.
Spezialliteratur: Bergmann, Helga (1997); Doleschal, Ursula (1992); Doleschal, Ursula (1995); Irmscher, Johannes (1988); Stickel, Gerhard (1998); Trempelmann, Gisela (1990)

Weiterführender Text:

  - Explizite Nomenderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 19.01.2012 13:08.