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[Text im Vollbild]

-ig (dumpfig)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: dumpfig
Herkunft: mhd. -ic, -ec, z.B. heilic, güetec.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Adjektive.
Beispiele: dumpfig, lebendig, noblig, völlig.

"Es ist so schwül, so dumpfig hie, und ist doch so warm nicht drauß. Mir wird so, ach, ich weiß nicht wie. Ich wollt, die Mutter käm nach Haus." So beginnt die "Kästchenszene" aus Goethes Faust 1, (…). Gemeint ist der Schmuckkasten, den Mephisto Gretchen in ihren Schrank gelegt hat.
(Rhein-Zeitung, 25.01.2006)

Hannu Raittilas neuster Roman ist ein harter Brocken. Hier werden Daten gefälscht, Ereignisse erfunden, Tagebücher umgeschrieben, Menschen verrückt und wieder gesund und Tote lebendig. Die Themenvielfalt ist erstaunlich (und) aktuell: Literatur und TV-Allmacht, Fußball und Geschlechterkampf, Wirtschaftskrise, Werbung und Bakterien.
(Mannheimer Morgen, 26.10.2009)

Nur in einem sind sich die Nordeuropäer, die noch nicht völlig der US-Kultur erlegen sind, einig: Auch wenn die Amerikaner glauben, dass „Santa Claus“ am Nordpol wohnt und dies seit Jahrzehnten eindrucksvoll mit weihnachtlichen Hollywood-Filmen und Coca-Cola belegen, ist dies die aller unwahrscheinlichste Variante.
(Mannheimer Morgen, 19.12.2009)

Produktivität: Ungewöhnlich wirken Bildungen wie in Ein dem Bürger und seinen Kindern verpflichtetes "locker-nettiges Freizeitangebot" (TAZ 16.10.1993: 32); Klar kühl blauige Möbel (Zeit 22.9.1995: 73).
Bedeutung: Zum einen wird das Suffix verwendet, um besonders deutlich zu machen, dass es sich um Adjektive handelt. Erben (1993: 98) spricht hier von "Verdeutlichungsbildungen", die er besonders für die Dialekte nachweist. Zum anderen scheint selten auch eine relativierende Determination vorzuliegen: Blauige Möbel sind relativ blaue Möbel. Vgl. bläulich.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -isch, z.B. sentimentalisch.
-lich, z.B. fröhlich.

Weiterführender Text:

  - Explizite Adjektivderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 16.06.2011 10:27.