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[Text im Vollbild]

-ig (knusprig)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: knusprig
Affixvarianten: -rig, z.B. klebrig. Nach Plank (1981: 75) "ist der Ursprung der Suffixerweiterung in der Silbifizierung von Derivaten mit Verbstämmen auf -(e)r als Basis zu sehen", d.h. aus Derivaten wie flattrig, holprig, schludrig mit Basen wie flattern, holpern, schludern wurde ein Suffix -rig destilliert, das mit Verben ohne -er-Auslaut kombiniert werden kann. So neben klebrig auch schläfrig, schlüpfrig. Tatsächlich ist auffällig, dass die Suffixerweiterung -tig nur bei Bildungen mit Verbbasis vorkommt.
Herkunft: mhd. -ic, -ec, z.B. heilic, güetec.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Verben, in der Regel einheimische.
Beispiele: brummig, flattrig, gackrig, häufig, holprig, klapprig, knackig, knurrig, kuschelig, lärmig, meckrig, modrig, rührig, säumig, schlabbrig, sperrig, wackelig.

Über das Alter und das Aufhören im Beruf: «Wenn ich alt und klapprig bin und keinen Gedanken mehr im Kopf habe und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, dann höre ich auf.»
(dpa, 06.11.2008)

Bunt, poppig und kuschelig sind die ausladend runden Sessel der Campana-Brüder Fernando und Humberto aus Brasilien. Ihr «Cartoon- Stuhl» ist aus unzähligen ineinander verkeilten Mickey-Mäusen zusammengenäht.
(dpa, 22.05.2009)

Krokusse? Oder Kroküsse? Oder Kroki? Oder gar Krokeen? Wenn der Kaktus im Rudel auftritt, spricht man ja auch von Kakteen und nicht von Kaktussen. Irgendwie stolpere ich alljährlich im März über den Plural des floralen Frühlingsboten. Er klingt sperrig - rein vom Sprachgefühl her. (…). Der Blick in den Duden sagt mir dann auch immer wieder aufs Neue und immer wieder eindeutig: Es muss der Krokus und die Krokusse heißen.
(Rhein-Zeitung, 28.03.2009)

Produktivität: schwerer knalliger Gang (Seghers: 88); Diesmal zog sie einen lärmigen Karren (Seghers: 77); heute ist sie ein ziemlich alberner Teenager, oberflächlich, kicherig (Schenk: 84).
Morphologische Besonderheiten: Nicht kombiniert mit -ig werden Verben, die bereits auf -ig enden, z.B. endigen, huldigen; hier gibt es offenbar eine "Tendenz zur Gleichklangvermeidung" (Plank 1981: 153).
Bedeutung: Das Suffix transponiert Verben zu Adjektiven: Ein wackliger Tisch ist ein Tisch, der wackelt.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -end, z.B. lachend.
ge-...-ig, z.B. gefügig.
-haft, z.B. flatterhaft.
-isch, z.B. zänkisch.
-lich, z.B. dienlich.

Weiterführender Text:

  - Transponierendes Wortbildungsaffix

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 16.06.2011 11:03.