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[Text im Vollbild]

-ig (blauäugig)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: blauäugig
Herkunft: mhd. -ic, -ec, z.B. heilic, güetec.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Nominale und verbale Phrasen, z.B. dünne Haut und schwer hör(en).
Beispiele: blauäugig, dreistimmig, dünnhäutig, feingliedrig, grobkörnig, kleingläubig, luftdurchlässig, rothaarig, schmalschultrig, schwerhörig, spitznasig, viertürig.

Die chinesische Führung reagiert zunehmend dünnhäutig auf Kritik aus dem Ausland. Und die Tibet-Krise ist für sie nichts anderes als eine Verschwörung des Wolfes im Mönchsgewand, wie der Dalai Lama genannt wird.
(dpa, 20.04.2008)

Rothaarige aus aller Welt treffen sich einmal im Jahr in den Niederlanden. Sie gehören zu einer aussterbenden Spezies: Nur zwei Prozent aller Menschen sind rothaarig – Tendenz sinkend.
(Hannoversche Allgemeine, 07.09.2009)

Schwerhörig wird man also durch Leichtsinn, Krankheit oder durch das Altern. Wie ist es mit Ersterem? Alle jungen Leute lieben ihren iPod mit dem Lautsprecher direkt im Ohr...
(Nürnberger Nachrichten, 23.01.2010)

Produktivität: die stille rotdächrige Stadt (Barlach: 30); warf auch diese Mauer ihren scharfgrenzigen Schatten (Broch: 125); in altmodischer Sittsamkeit langröckig gekleidete Frauen (Koeppen: 34); Mein kleines Konterfei sah mich [...] kleinköpfig, großohrig [...] und nicht sehr schlau an (Späth: 26).
Bedeutung: Überwiegend werden possessive Bezüge zwischen Adjektivderivat und attribuiertem Nomen hergestellt: Ein blauäugiges Kindchen hat blaue Augen, ein viertüriger Wagen vier Türen.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -isch, z.B. dreizylindrisch.
Spezialliteratur: Donalies, Elke (2001); Leser, Martin (1990)

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 12.01.2012 17:04.