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[Text im Vollbild]

-ismus (Zynismus)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: Zynismus
Herkunft: griech. -ismos, z.B. parallelismos.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Maskulinum.
Mögliche Basen: Konfixe, die auch Adjektive bilden, z.B. zyn- in zynisch.
Beispiele: Akademismus, Anarchismus, Archaismus, Atheismus, Euphemismus, Faschismus, Klassizismus, Pessimismus, Zynismus.

«Welthauptstadt des modernen Atheismus» hatte der amerikanische Sozialwissenschaftler Peter Berger Berlin einmal genannt. Tatsächlich fühlen sich laut Umfragen 65 Prozent der 3,4 Millionen Einwohner an gar keine Konfession gebunden.
(dpa, 26.04.2009)

In den Zeitungen ist es umgekehrt: Fast alle Kollegen benutzen den Begriff „Abwrackprämie“, und wenn jemand von einer „Umweltprämie“ schreibt, dann setzt er diese meist in Anführungszeichen – der Euphemismus, den uns der Staat aufdrücken will, ist ja auch allzu leicht durchschaubar.
(Nürnberger Zeitung, 19.01.2009)

Und jetzt? Keine Prämie – kein Geschäft? Da bleibt der Fiat-Chef ganz gelassen: „Wir nehmen’s, wie’s kommt. Und mal ehrlich: Wem hat Pessimismus je was gebracht?“
(Mannheimer Morgen, 03.09.2009)

Morphologische Besonderheiten: Mitunter wird das Suffix sogar wortähnlich verwendet: Als Ende der vierziger Jahre die "Theoretiker" im Kremel einem anderen Ismus den Kampf ansagten: dem Kosmopolitismus, war Feuchtwanger nicht nur potenziell betroffen (TAZ 15.11.1991: 16-17). Das Suffix ist also möglicherweise auf dem Wege, ein Wort zu werden. Wortbildungsprodukte wie Zynismus wären dann als Komposita zu analysieren.
Bedeutung: Das Suffix bezeichnet eine Denkrichtung, Ideologie, Theorie u.ä.; die Basis bestimmt sie semantisch näher: Zynismus ist eine zynische Haltung.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -ie, z.B. Chemie.
-ik, z.B. Linguistik.

Weiterführender Text:

  - Explizite Nomenderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 14.07.2011 14:26.