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[Text im Vollbild]

-haft (flatterhaft)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: flatterhaft
Herkunft: ahd., mhd. haft 'gefesselt, gebunden'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Verben, in der Regel einheimische.
Beispiele: flatterhaft, glaubhaft, naschhaft, schmeichelhaft, schmerzhaft, schwatzhaft, zaghaft.

Die Deutschen, sagt Funke, lieben keine Politiker, die flatterhaft sind und ständig neue Ideen von sich geben – womöglich abends die entgegengesetzte Position zu der, die morgens von ihm in der Zeitung steht.
(Hannoversche Allgemeine, 15.01.2008)

Kartoffeln vom Vortag, ein paar Bratenreste und eine Handvoll Gemüse, garniert mit einem Schuss Fantasie und einer Prise Experimentierfreude – voilà! Fertig ist die „Schmorpfanne à la hau alles rein“, wenig schmeichelhaft auch „Chronik der Woche“ oder „Rumfort-Pfanne“ genannt (in die alles reinkommt, was „rum“ liegt und „fort“ muss).
(Mannheimer Morgen, 28.03.2009)

Schlagfertige First Lady: Der britische Fotograf Richard Jones ist von der Frau des simbabwischen Staatschefs Robert Mugabe verprügelt worden. Er wollte am Donnerstag vor einem Hongkonger Luxushotel Bilder von Grace Mugabe machen. (…). Besonders schmerzhaft seien die vielen Diamantringe an ihren Fingern gewesen.
(St. Galler Tagblatt, 19.01.2009)

Bedeutung: Das Suffix macht Verben syntaktisch als Adjektive nutzbar: Eine schmerzhafte Wunde schmerzt; eine schmeichelhafte Bemerkung schmeichelt. Mitunter wird auch impliziert, dass jemand typischerweise das in der Verbbasis Angegebene tut: Eine schwatzhafte Kusine ist eine Kusine, die typischerweise schwatzt, die dazu neigt zu schwatzen.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -end, z.B. lachend.
ge-...-ig, z.B. gefügig.
-ig, z.B. wacklig.
-isch, z.B. zänkisch.
-lich, z.B. dienlich.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 03.06.2011 13:41.