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[Text im Vollbild]

hyper- (hypernervös)

Art des Affixes: Präfix
Aussprache: hypernervös
Herkunft: giech. hyper- 'über'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Adjektive, in der Regel Entlehnungen.
Beispiele: hyperaktiv, hyperästhetisch, hypergemein, hyperinflationär, hypermodern, hypernervös, hyperschön.

ADHS, hyperaktiv, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom: Rund jedes 20. Schulkind in Deutschland wird mit einer solchen Diagnose konfrontiert - und oft mit risiko- und nebenwirkungsreichen Medikamenten versorgt.
(Rhein-Zeitung, 21.10.2008)

Es ist symptomatisch für den Wandel der digitalen Technologie, dass nun nicht mehr ein neuer Computer als hypermodern gilt, sondern ein Maschinchen zur Musikwiedergabe, das es einem gestattet, sein ganzes Wohnzimmer an einer Halskette mit sich herumzutragen, jedenfalls was die Möblierung mit Musik angeht.
(Berliner Zeitung, 27.10.2006)

Die Wucht, mit der Banken und Börsen in diesen Tagen durchgeschüttelt werden, hat etwas Bedrohliches. Die Märkte reagieren hypernervös. Die bisherige Salamitaktik der Banken beim Offenlegen ihrer Risiken lässt Schlimmes befürchten.
(dpa, 21.01.2008)

Bedeutung: Das Präfix dient der Hervorhebung: Ein hypergemeines Mädchen ist aus allen gemeinen Mädchen durch seine besonders ausgeprägte Gemeinheit hervorgehoben. Das Präfix drückt dabei häufig zusätzlich aus, dass ein Zuviel empfunden wird: Eine hypermoderne Küche ist übertrieben modern.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: erz-, z.B. erzkonservativ.
-issimo, z.B. realissimo.
mega-, z.B. megagemein.
supra-, z.B. suprasurreal.
ultra-, z.B. ultrakonservativ.
ur-, z.B. urkomisch.

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 03.06.2011 15:19.