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[Text im Vollbild]

-heit (Schönheit)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: Schönheit
Herkunft: mhd. heit 'Person, Art, Beschaffenheit'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Femininum.
Mögliche Basen: Adjektive.
Beispiele: Barschheit, Blindheit, Derbheit, Echtheit, Einfachheit, Einzelheit, Extrovertiertheit, Gradheit, Hölzernheit, Klarheit, Klugheit, Knappheit, Lüsternheit, Neuheit Sanftheit, Schönheit, Schüchternheit, Tollkühnheit, Trägheit, Verliebtheit, Vornehmheit, Wachheit, Wortkargheit.

Ein irisches Sprichwort: "Reue ist Klugheit mit Verspätung."
(Rhein-Zeitung, 11.07.2009)

Wie das ausgebaute historische Original überwindet der neue Schrägaufzug, der jetzt vom Rathaus offiziell „Bogenaufzug“ genannt wird, 43 Meter Höhenunterschied in einem Winkel von 15 Grad. Eine Neuheit ist der gläserne Boden, durch den die Gäste auf Wunsch während der Fahrt freie Sicht nach unten haben. Der Blick wird allerdings nur dann per Knopfdruck freigegeben, wenn alle Kabinengäste damit einverstanden sind.
(Hannoversche Allgemeine, 25.04.2008)

Vom Mond aus besehen ist die Erde von unveränderter, grandioser Schönheit. Doch das ist trügerisch. Auf dem Erdboden der Tatsachen stehend, erkennt man, dass diese unsere Erde aus den Fugen krachen kann. Das zu verhindern, liegt – wesentlich – an den Menschen.
(Die Rheinpfalz, 31.12.2009)

Im großen Taumel der Verliebtheit wollen sich die Partner gegenseitig großartig finden – Ecken und Kanten, Macken und Ticks werden deshalb übersehen. „Studien haben gezeigt, dass Verliebte alle Informationen, die nicht zu ihrem Liebesbild passen, einfach ausklammern“, (...).
(Nürnberger Zeitung, 21.03.2009)

Produktivität: Gelangweiltheit (Barlach: 98), eine Hölle ist dieses Haus in seiner feinen Stillheit (Broch: 120), weil er mit Berühmtheiten und Berüchtigtheiten gesprochen hatte (Koeppen: 69), Grauheit und Realnost herrschen im Lande Gorbatschows (TAZ 17.8.1990: 13).
Morphologische Besonderheiten: In der Regel nicht mit -heit abgeleitete werden Adjektive mit den Suffixen -abel, -al, -bar, -ell, -ent, -ibel, -ig, -lich, -ös, -sam (z.B. spendabel, erfreulich) und Komposita mit Zweiteinheit wie -leer, -reich, -voll, -wert (z.B. beziehungsreich, bedenkenswert).
Bei departizipialen Adjektivbasen auf -d (z.B. abwesend) wird der Endkonsonant elemeniert, z.B. Abwesenheit.
Bedeutung: Es werden nomina qualitatis gebildet. Das Suffix macht Adjektive syntaktisch als Nomina nutzbar; bezeichnet werden Eigenschaften: Jemand, dem Schönheit zugeschrieben wird, ist schön. Daraus entwickeln sich außerdem Bezeichnungen für Personen, vgl. sie ist eine Schönheit.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -anz, z.B. Eleganz.
-e, z.B. Tiefe.
-enz, z.B. Frequenz.
-esse, z.B. Akkuratesse.
-ie, z.B. Analogie, Apathie.
-ion, z.B. Abstraktion.
-ität, z.B. Authentizität, Naivität.
-keit, z.B. Heiterkeit.
-nis, z.B. Finsternis.
-sal, z.B. Trübsal.
-schaft, z.B. Bereitschaft.
-tum, z.B. Reichtum.
Spezialliteratur: Oberle, Birgitta E. (1990)

Weiterführender Text:

  - Transponierendes Wortbildungsaffix

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 19.01.2012 13:02.