grammis 2.0

das grammatische informationssystem des instituts fur deutsche sprache (ids)
Korpusgrammatik Grammatik in
Fragen und Antworten
Systematische
Grammatik
Grammatische
Fachbegriffe
Grammatisches
Wörterbuch
Grammatische
Bibliografie
[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z] 
 

[Impressum] [Datenschutzerklarung]

                                                                           
[Text im Vollbild]

ge-...-e (Gerede)

Art des Affixes: Zirkumfix
Aussprache: Gerede
Herkunft: ahd./mhd. ge-...-e, z.B. gebirge.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Neutrum.
Mögliche Basen: Verben, in der Regel keine Präfixverben, vgl. *Gebelade, *Begelade, *Gezermürbe, *Zergemürbe, aber Präverbfügungen, z.B. Angebrülle, Rumgespringe, Totgelache.
Beispiele: Angequatsche, Ausgehorche, Gealbere, Gefauche, Gefrage, Gefluche, Geklimpere, Geklopfe, Gekreische, Gemeckere, Gepfeife, Gequietsche, Gerede, Gerenne, Gerücke, Geschluchze, Geschubse, Getratsche, Gezanke, Gezappele.

Händel verspottet das Geklimpere und stolziert durch das Zimmer. Er, der große Weltbürger und Opernkomponist aus London, könne doch keinen Stümper zum Essen einladen, brüllt er seinem Diener entgegen, der jedoch insgeheim Bach bereits eingeladen hat.
(Die Rheinpfalz, 22.11.2008)

Überfüllte Busse, Gedrängel und Geschubse, zerstörte Sitze und Schmierereien: Im Schulbus mitzufahren ist nicht immer schön.
(Rhein-Zeitung, 28.03.2009)

Ach, all das Gerede um die Weltwirtschaftskrise. Das soll eine Krise sein? Das Leben ist stürmisch, aber das ist noch keine Krise. Ein Schiff geht unter, aber es gibt eine neue Möglichkeit.
(die tageszeitung, 26.09.2009)

Produktivität: das Salatgeschlemme, die Rohkostorgie der Mannequins (Koeppen: 146), Über dem Goldgelb des Rapsfeldes das Geschäume der Kirschbäume (Rezzori: 6), Das Wetter bis Samstag früh: Ungut launisch im Norden, zwangsneurotisches Geregne, Geböe und Geschaure im ganzen Land (TAZ 1.11.1996: 20), Gebreake und Gebeate (TAZ 28.11.1997: 16).
Bedeutung: Das Präfix transponiert: Das Angebrülle ist das Anbrüllen.
Daraus ergeben sich Lesarten, die Personen oder Geräte bezeichnen, für die die in der Basis genannte Tätigkeit typisch ist: Jemandes Gefolge ist eine Gruppe von Personen, die charakteristischerweise dem Jemand folgt; ein Gebläse ist ein Gerät, das charakteristischerweise bläst.
Stilistische Markierung: Die Derivate haben überwiegend eine negative Konnotation, die allerdings häufig auch schon die Basis mitbringt: Ihre iterative Tendenz (das dauernde Gebrülle) legt Lesarten für in der Wiederholung und Dauer lästige Tätigkeiten nahe, z.B. ich habe keine Lust auf dieses ständige Im-Garten-Gearbeite.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -ade, z.B. Marinade.
-age, z.B. Sabotage.
-e, z.B. Lüge, Revolte.
-ei, z.B. Nörgelei.
-enz, z.B. Assistenz.
ge-...-e, z.B. Gesinge.
-ing, z.B. Jogging.
-ion, z.B. Demonstration.
-nis, z.B. Besäufnis.
-sal, z.B. Mühsal.
-schaft, z.B. Wanderschaft.
-t, z.B. Fahrt.
-tum, z.B. Irrtum.
-ung, z.B. Verlobung.
-ur, z.B. Rasur. -ade, z.B. Marinade.
-age, z.B. Sabotage.
-e, z.B. Lüge, Revolte.
-ei, z.B. Nörgelei.
-enz, z.B. Assistenz.
-er, z.B. Ausrutscher.
-ing, z.B. Jogging.
-ion, z.B. Demonstration.
-nis, z.B. Besäufnis.
-sal, z.B. Mühsal.
-schaft, z.B. Wanderschaft.
-t, z.B. Fahrt.
-tum, z.B. Irrtum.
-ung, z.B. Verlobung.
-ur, z.B. Rasur.

Weiterführender Text:

  -  Zirkumfix

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 25.05.2011 13:49.