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gefallen

Aussprache:ge'fallen
Stammformen:gefällt - gefiel - hat gefallen
Konjugationsmuster:stark
Generelle Anmerkungen:

Nicht behandelt wird hier das Reflexivverb gefallen, sich.
(1) Auch ein mit acht Männern besetzter kleiner Chor gefiel sich in parodistischen Variationen, beispielsweise in der von Friedel Schmidt arrangierten Spiegelarie aus "Hoffmanns Erzählungen" mit Horst Rücker als Solist, oder mit "Wochenend und Sonnenschein". (Rhein-Zeitung, 22.10.1998; Chorleiter Friedel Schmidt)

  
1 gefallenbei jemandem angenehme Empfindungen hervorrufen oder seine Zustimmung finden

1 gefallen

Strukturbeispiel:etwas gefällt jemandem/etwas
Im Sinne von:etwas ruft bei jemandem/etwas angenehme Empfindungen hervor oder findet seine Zustimmung
Satzbauplan:Ksub , Kdat
Beispiele:
(2) Gefällt dir meine neue Frisur?
(3) Wenn Ihnen das Zimmer nicht gefällt, sagen Sie es gleich. (Grass, S. 396)
(4) Warum hat dir diese Inszenierung nicht gefallen?
(5) Es war ihr üblicher Ausdruck der Ablehnung. "Gefällt mir nicht. Und auch der Mann gefällt mir nicht." (Mannheimer Morgen, 15.11.2001)
(6) Der Regierung gefiel die Rede des Oppositionsführers nicht.
(7) Das Streicheln gefällt unserer Katze sehr.
Belegungsregeln:

Ksub:

      NP im Nom/ProP im Nom/GWS

      SKsub mit fak. Korrelat es (stellungsbed.):

          dass-S:
(8) Doch jetzt gefällt der Regierung nicht, dass Eon seine Übertragungsnetze verkaufen will. (Berliner Zeitung, 18.03.2008, S. 4)
(9) Mir gefällt es, dass ich so bin, wie ich bin. (Nürnberger Nachrichten, 20.08.2007, S. 7)

          Inf-S mit zu:
(10) "Mir gefällt es, in der Kirche aktiv zu sein und beim Gottesdienst nicht nur in der Bank zu hocken", begründet Matthäus von der Eibacher Pfarrei St. Walburga, warum er mittlerweile seit elf Jahren sonntags vor dem Altar steht. (Nürnberger Nachrichten, 18.06.2007, S. 1)
(11) Am besten gefällt mir, da zu sein. (Nürnberger Nachrichten, 02.02.2004; Wie die Frauen eine Schlacht gewinnen)

           Inf-S ohne zu:
(12) Für andere Menschen Verantwortung tragen, gefällt vielen Leuten nicht.

           w-S:
(13) "Mir gefällt nicht, wie sich dieser Verein und diese Mannschaft derzeit auf und außerhalb des Spielfeldes präsentieren." (Nürnberger Nachrichten, 17.04.1996, S. 29)
(14) Mir gefällt es, wie sie die Lieder frech vorbringt. (Rhein-Zeitung, 13.10.1997; 08 chansonabend)

Kdat: NP im Dat/ProP im Dat/GWS

Passivkonstruktionen: kein Passiv möglich

Anmerkungen:

Das SKsub in Form des Inf-S ohne zu kann nur vor dem Hauptsatz stehen.

Das Kdat kann weggelassen werden, wenn aus dem Kontext klar zu entnehmen ist, bei welcher Person oder welchem Personenkreis angenehme Empfindungen hervorgerufen werden:
(15) Der langanhaltende Beifall zeigte, dass die Rede außerordentlich gefallen hatte.
(16) Wir haben uns den Platz angesehen, er hat sofort gefallen und so haben wir uns dort angemietet. (Mannheimer Morgen, 25.01.1986, S. 30)

Gelegentlich wird mit einer PräpP [durch +Akk/...] auf die Eigenschaft o.Ä. Bezug genommen, wodurch jemand oder etwas angenehme Empfindungen bei jemandem hervorruft:
(17) Racunica gefiel dem Trainer durch sein Gespür für den entscheidenden Pass. (Neue Kronen-Zeitung, 11.09.1995, S. 46)
(18) Matthias Buchholz (Soloviola) gefiel durch seinen warmen, leuchtenden Ton. (nach Mannheimer Morgen, 01.07.1987, S. 27)

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 15.12.2009 15:34.