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[Text im Vollbild]

-ei (Datei)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: Datei
Affixvarianten: -elei, z.B. Eifersüchtelei.
-erei, z.B. Schurkerei.
Herkunft: mittellat. -ei, z.B. abbateia, mhd. -îe, z.B. zouberîe, vgl. auch franz. -ie.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Femininum.
Mögliche Basen: Nomina, in der Regel einheimische. Mitunter geografische und Eigennamen, z.B. in Husumerei und Chruschtschowerei.
Beispiele: Bücherei, Bürgermeisterei, Datei, Eifersüchtelei, Fleischerei, Fremdwörtelei, Gärtnerei, Kantorei, Kartei, Konditorei, Kumpanei, Pfarrei, Reiterei, Schurkerei, Ziegelei.

Wenn man eine Datei in den Papierkorb des Rechners verschoben und diesen anschließend geleert hat, bedeutet das aber noch lange nicht, dass die Dateien auch tatsächlich endgültig und unwiederbringlich von der Festplatte verschwunden sind.
(Hamburger Morgenpost, 10.02.2009)

Das Besondere am jetzt erschienen Briefwechsel zwischen Hermann Hesse und Stefan Zweig, der von 1903 bis 1938 reicht, besteht darin, dass sich beide Dichter von Anfang an vertraut haben, dass es keine Eifersüchtelei und keinen Neid gab.
(Mannheimer Morgen, 28.02.2007 )

Der Beweis für die Schurkerei des Kormorans, klagt Peter Mohnert, DFV-Vizepräsident, schwimme „stark dezimiert in Flüssen, Teichen und Seen”. Dort wüte der Kormoran wie in „Brehms Thierleben” beschrieben: „Die Bäume weißt er mit Unrate”, betäubt die Ohren „mit wildem Geschrei”, seine „Gefräßigkeit übersteigt unsere Begriffe”. Er treibt „die Fischer und Fischwirte an den Rand des Ruins”, sagt Mohnert.
(die tageszeitung, 12.10.2009)

Wie ernst meinen es die Politiker mit dem Umweltschutz? In den Berichten zur Asse und Gorleben dürfen wir Bürger staunend lesen, wie rigoros sich eine Kumpanei aus Wirtschaft und Politik über Vorsorge, Bürgerinformation und Gemeinwohl hinweggesetzt hat.
(Hannoversche Allgemeine, 09.09.2009)

Produktivität: er kannte solche [...] Theatereien bis zum Speien (Loest: 411), die Gefahr, der von Fontane an Storm so gerügten "Husumerei" zu verfallen (FAZ 1993)und die Beamten, die der "Chruschtschowerei" ohnehin ablehnend gegenüberstehen (FAZ 1995), Das hätten ihm seine Gegner als Schwäche, seine Freunde als Märtyrertum auslegen können. Märtyrerei - gab es dieses Wort? (Loest: 242).
Morphologische Besonderheiten: Die Suffixvariante -elei bewirkt Umlaut, z.B. Fremdwörtelei.
Bedeutung: Das Suffix bildet Kollektiva, die durch die Basis näher bestimmt werden: Eine Datei ist eine Ansammlung von Daten, eine Reiterei eine Ansammlung von Reitern. Außerdem werden Orte bezeichnet: Eine Konditorei ist der Arbeitsplatz eines Konditors. Daneben diverse Lesarten: Eine Schurkerei begeht, wer sich wie ein Schurke aufführt; so auch Theaterei. Eine Barschelei ist eine Handlung, die wie die charakteristischen Handlungen Barschels sind: Chef der Staatskanzelei belog das Parlament. Limburger Bischof bestätigt Barschelei in Hessen (TAZ 23.6.1990: 4).
Stilistische Markierung: Bildungen wie Schurkerei, Theaterei sind schon ihrer Basis wegen negativ konnotiert. Hier hat das Suffix einen ähnlichen Beigeschmack wie bei den Bildungen aus negativ konnotierten Verbbasen und dem Suffix -erei, z.B. Schluderei.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -aille, z.B. Diplomaille.
-arium, z.B. Instrumentarium.
-ar, z.B. Glossar.
-at, z.B. Konsulat.
-eria, z.B. Pizzeria.
ge-...-e, z.B. Gestänge.
-heit, z.B. Menschheit.
-ie, z.B. Maschinerie, Parfümerie.
-ität, z.B. Admiralität.
-schaft, z.B. Bruderschaft, Grafschaft.
-tum, z.B. Bürgertum, Fürstentum.
-ung, z.B. Waldung.
-ur, z.B. Kommandantur, Tastatur.

Weiterführender Text:

  - Explizite Nomenderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 26.04.2011 12:56.