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[Text im Vollbild]

er- (erdolchen)

Art des Affixes: Präfix
Aussprache: erdolchen
Herkunft: ahd. ur 'aus-heraus'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Verb
Mögliche Basen: Nomina, in der Regel einheimische Konkreta.
Beispiele: erdolchen, ermannen.

Welches Motiv ist stark genug, um einen – zugegebenermaßen reichlich unsympathischen – Mann heimtückisch zu erdolchen?
(Mannheimer Morgen, 21.03.2009)

Wer sich des Öfteren sagen lassen muss, er solle "sich endlich am Riemen reißen", dem wird bildlich dringend nahegelegt, sich nicht gehen zu lassen. (…). Es bedeutet auch, sich ermannen, ermutigen oder zurücknehmen.
(Rhein-Zeitung, 26.10.2009)

Produktivität: Die Derivate sind isoliert; die Möglichkeiten, aus Nomina und dem Präfix er- Verben zu bilden, ist offenbar nicht präsent. Eine Ausnahme ist auch eine Lehnübersetzung wie erörtern zu lat. determinare 'begrenzen' mit der Nomenbasis Örter.
Bedeutung: Das Präfix bezeichnet eine Tätigkeit, die durch das von der Basis Bezeichnete semantisch näher bestimmt wird: Wer jemanden erdolcht, tötet ihn mit einem Dolch; wer sich ermannt, verhält sich (tapfer) wie ein Mann.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: zer-, z.B. zerbeilen.
Spezialliteratur: Eschenlohr, Stefanie (1999); Schröder, Jochen (1994); Zifonun, Gisela (1973)

Weiterführender Text:

  - Explizite Verbderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 12.01.2012 16:25.