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[Text im Vollbild]

ent- (entmutigen)

Art des Affixes: Präfix
Aussprache: entmutigen
Herkunft: ahd. ant-, int- 'gegen'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Verb
Mögliche Basen: Adjektive, in der Regel einheimische Derivate, z.B. mutig.
Beispiele: enthärten, entheiligen, entmutigen.

Dennoch sieht der Bischof nur einen feinen Grat zwischen Distanz und Gleichgültigkeit. „Wir müssen uns fragen, ob wir nicht ein bisschen zu nachlässig sind gegenüber Angriffen auf das, was uns das Heiligste ist. Das Problem ist nicht, dass blasphemische Darstellungen es entheiligen. Sondern dass wir es durch unsere Haltung dazu selbst entwerten. Dass wir Dinge, die uns groß sind, selbst marginalisieren.“
(Braunschweiger Zeitung, 08.02.2006)

Lassen Sie sich keinesfalls entmutigen, wenn heute nicht alles planmäßig läuft. Gehen Sie diplomatisch mit jenen Leuten um, die Ihnen auf die Nerven gehen.
(Rhein-Zeitung, 05.08.2009)

Produktivität: Der entbräunte Duden (NEUES DEUTSCHLAND 27.2.1948: 3); inmitten einer entkirchlichten Großstadt (FAZ 1995), um die Situation wenigstens ein bisschen zu entpeinlichen.
Bedeutung: Das Präfix drückt eine Tätigkeit aus, die die von der Basis bezeichnete Eigenschaft ungültig macht: Wer eine Situation entpeinlicht, sorgt dafür, dass sie nicht länger peinlich ist.
Daneben wird ausgedrückt, dass eine Eigenschaft eintritt: Wer etwas entfernt, macht es fern. So auch entfremden, entledigen.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: be-, z.B. betäuben.
be-...-ig, z.B. besänftigen.
er-, z.B. ermutigen.
-ier, z.B. zentralisieren.
-ig, z.B. reinigen.
ver-, z.B. versüßen.
Spezialliteratur: Schröder, Jochen (1994); Zifonun, Gisela (1973)

Weiterführender Text:

  - Explizite Verbderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 12.01.2012 16:20.