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[Text im Vollbild]

-ei (Nörgelei)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: Nörgelei
Affixvarianten: -erei, z.B. Fragerei.
Herkunft: mittellat. -ei, z.B. abbateia, mhd. -îe, z.B. zouberîe, vgl. auch franz. -ie.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Nomen
Genusfestlegung: Femininum.
Mögliche Basen: Verben und Präverbfügungen (z.B. abzocken).
Beispiele: Abzockerei, Anbiederei, Betrügerei, Drängelei, Fachsimpelei, Fledderei, Fragerei, Nörgelei, Plauderei, Prügelei, Räucherei, Rösterei, Schluderei, Zauberei.

Wenn Kunden auch noch dafür zahlen sollen, dass sie sich überhaupt an das Unternehmen Bahn wenden, kann man das nur als Entgleisung bezeichnen, die auf fehlende Konkurrenz im Personentransportgeschäft hinweist. Aus der dreisten Abzockerei wird nun nichts mehr. Mehdorn hat sich kräftig verzockt und muss sich fragen lassen, ob er auch den von ihm forcierten Börsengang realistisch einzuschätzen weiß.
(dpa, 12.09.2008)

„Ich will wiedergewählt werden, sofort!“ Mit Ihrer Drängelei haben Sie die anderen genervt und den Eindruck vermittelt, Sie hätten es nötig. Sie erreichen das Ziel im Zustand politischer Zerzaustheit. Man hat sie bespöttelt, vertröstet und gedemütigt.
(Braunschweiger Zeitung, 17.09.2009)

"Der Sinn bestand nicht in einer ausschließlichen Fachsimpelei der Spezialisten, daher wurde die Diskussion bewusst ‚kurz und knackig' gehalten.
(Niederösterreichische Nachrichten, 25.03.2009)

Das Besteck-Verbiegen beruht weder auf chemischen Prozessen noch auf Zauberei. Die Gabel wird vom Mentalisten mit geübter Fingerfertigkeit verdeckt "vor"-gebogen und dann in Schwingung versetzt. Wird die Schwingung langsamer, denkt man, die Gabel verbiegt sich (sie ist aber schon längst verbogen). Die Korkenzieher-Gabel steckte präpariert in der Jackentasche des "Zauberers".
(Hamburger Morgenpost, 20.01.2009)

Bedeutung: Das Suffix macht Verben syntaktisch als Nomina nutzbar: Bei einer Kletterei klettert jemand. Tendenziell wird ausgedrückt, dass die Tätigkeit wiederholt ausgeführt wird: Wer für seine Schluderei bekannt ist, schludert dauernd. Eine Schluderei kann aber auch einmalig sein. Wiederholtes Tun wird auch durch einen Plural ausgedrückt: seine Schludereien.
Stilistische Markierung: Positiv konnotierte Basen ergeben in der Regel positiv konnotierte Bildungen, z.B. Plauderei, Zauberei. Tendenziell ist aber durch die Lesart einer andauernden und daher ermüdenden Tätigkeit ein negativer Beigeschmack impliziert, z.B. diese Pinselei geht mir ziemlich auf die Nerven. Negativ konnotiert sind naturgemäß Bildungen mit negativ konnotierten Basen, z.B. Nörgelei, Schluderei.
Komplementäre/konkurrierende Affixe: -age, z.B. Sabotage.
-e, z.B. Lüge, Revolte.
-enz, z.B. Assistenz.
ge-...-e, z.B. Gesinge.
-ing, z.B. Jogging.
-ion, z.B. Demonstration.
-nis, z.B. Besäufnis.
-sal, z.B. Mühsal.
-schaft, z.B. Wanderschaft.
-t, z.B. Fahrt.
-tum, z.B. Irrtum.
-ung, z.B. Verlobung.
-ur, z.B. Rasur.

Weiterführender Text:

  - Explizite Nomenderivate

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 26.04.2011 13:45.