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-bar (unkaputtbar)

Art des Affixes: Suffix
Aussprache: unkaputtbar
Herkunft: ahd. beran 'tragen'.
Wortart des Wortbildungsprodukts: Adjektiv
Mögliche Basen: Adjektive.
Beispiele: Bislang einzige Bildung ist unkaputtbar.

Wenn keine spektakulären Gebäude einzuweihen sind, müssen eben Waffen her: Irgendeinen Grund finden politisch Verantwortliche immer, um stolz auf sich zu sein. Seit gestern sind es die neuen stählernen Teleskop-Schlagstöcke der Hamburger Polizei. Unkaputtbar sind sie, weit robuster als die bislang üblichen Gummiknüppel; der Attackierte hat schlechte Chancen.
(die tageszeitung, 22.01.2009)

Produktivität: Das Adjektivderivat unkaputtbar ist eine systemwidrige Bildung: Die Regel zu -bar verlangt eine Verbstammbasis. Das in der Werbung absichtlich gegen die Regeln kreierte und daher werbewirksam auffällige unkaputtbar ist inzwischen jedoch weitgehend etabliert: Blechgeschirr! Es ist fast unkaputtbar und meistens nett gemustert (Allegra 9/1996: 182), Die unkaputtbare Überzeugung, dass man es schon richtig macht, wie man es macht (Amica 9/1998: 54). Nicht absehbar ist, ob diese gefallende Bildung (Unkaputtbar - das gefällt mir, ein schönes Wort. Die Werbung hat manchmal wirklich gute Ideen Faz 1995) weitere Kombinationen aus Adjektiv und -bar anregen wird. Auch Regeln sind ja entregelbar.
Bedeutung: Die Semantik entspricht der der systemgemäßen Derivate mit Verbstammbasis: Eine unkaputtbare Flasche ist eine Flasche, die nicht kaputt gehen kann.
Stilistische Markierung: Weil das Derivat nicht nur unüblich, sondern ungrammatisch ist, fällt es nach wie vor auf. Weitere Bildungen würden zumindest zunächst ebenso quer liegen.
Spezialliteratur: Lenz, Barbara (1998)

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 12.01.2012 16:02.